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Paradise Papers: Druck auf Bastos steigt

Angola baut den von Jean-Claude Bastos verwalteten Staatsfonds um – und bestätigt Kritik, die nach den Paradise Papers laut wurde.

Christian Brönnimann

Gut zwei Monate nach Publikation der Paradise Papers hat der neue angolanische Präsident João Lourenço durchgegriffen: Er setzte am Donnerstag den bisherigen Chef des Staatsfonds und Sohn seines Vorgängers, José Filomeno dos Santos, ab. Einer der Gründe ist das umstrittene Mandat zur Verwaltung des Staatsfonds an den Schweizer Geschäftsmann Jean-Claude Bastos und dessen Quantum-Global-Gruppe mit Hauptsitz in Zug.

Bastos und dos Santos sind enge Vertraute und langjährige Geschäftspartner. Kritiker sagen, Bastos habe das lukrative Mandat nur wegen seiner Nähe zum nun abgesetzten Sohn des Ex-Präsidenten erhalten.

Die Paradise Papers enthüllten, wie Bastos persönlich vom Mandat profitiert, indem er jährlich Dutzende Millionen Dollar Gebühren kassiert und zudem mit dem Staatsgeld seine eigenen Projekte finanziert.

Die Mängelliste ist lang

In einem Communiqué erklärte das angolanische Finanzministerium die Hintergründe für die Entlassung des Sohns des Ex-Präsidenten.

Demnach durchleuchtete eine internationale Consultingfirma die Fondsverwaltung und die Verwendung des Fondsvermögens. Das Fazit: mangelnde Transparenz bei der Vergabe des Mandats an Bastos’ Quantum-Global-Gruppe; schwache Kontrolle der Aktivitäten des Fonds; ungenügendes Reporting; intransparente Richtlinien, Strategien und Investmentplanungen; hohes Risiko, weil Bastos’ Quantum Global entgegen den Fondsregeln fast die gesamten 5 Milliarden Dollar Fondskapital zur Verwaltung anvertraut wurden.

Weder Bastos noch Filomeno dos Santos wollten sich gestern zu den Befunden äussern.

Video-Interview – Recherche-Chef zu den Paradise Papers

Oliver Zihlmann, Leiter Recherchedesk, über die Hintergründe der Paradise Papers. (Video: Lea Koch, Hannes von Wyl)
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