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Pendler-GA und ein Generalabonnement light

Die ÖV-Karte bedeutet nicht das Ende des GA. Aber sie erlaubt ein flexibleres Angebot. Zur Diskussion steht ein Pendler-Generalabonnement.

Das künftige schweizweite GA stellt Girod sich als teures Vielfahrer-GA vor, das sich nur für täglich und weit fahrende Nutzer lohnen wird.
Das künftige schweizweite GA stellt Girod sich als teures Vielfahrer-GA vor, das sich nur für täglich und weit fahrende Nutzer lohnen wird.
Keystone

Einerseits ermöglicht die geplante ÖV-Karte neue Angebote, anderseits sind damit auch politische Forderungen leichter erfüllbar. Im Sommer sorgte die Berechnung für Furore, dass ein Erstklass-Generalabonnement (GA) 10000Franken kosten müsste. Schon wurde die Zukunft des GA infrage gestellt. Die Politik fordert, dass Kunden stärker an den Kosten beteiligt werden. Die Preisaufschläge werden also weitergehen. Zudem ist die Überlastung von Zügen in Spitzenzeiten ein ungelöstes Problem.

Neue Möglichkeiten

Mit der ÖV-Karte kann nun das Angebot verbreitert werden. Ueli Stückelberger, Direktor des Verbands öffentlicher Verkehr (VÖV), gibt zwar ein klares Bekenntnis zum GA ab. Gestern sprach er aber dennoch von einer regionalen Variante, wie sie bereits der Waadtländer Verkehrsdirektor François Marthaler ins Spiel brachte: Statt immer und überall könnte eine GA-Variante nur regional gültig sein und mit einem Bündel von Tageskarten ergänzt werden. Nicht infrage kämen hingegen Tickets, die nur zu bestimmten Tageszeiten gültig seien – sprich ausserhalb der Stosszeiten. Der grüne Nationalrat Bastien Girod aus Zürich hat da weniger Hemmungen.

Massgeschneidertes GA

Das künftige schweizweite GA stellt Girod sich als teures Vielfahrer-GA vor, das sich nur für täglich und weit fahrende Nutzer lohnen wird. Die regionale Variante mit Tageskarten – analog zum VÖV-Vorschlag – reiche den meisten Kunden: «Sie pendeln und unternehmen einige längere Ausflüge pro Jahr.» Schliesslich schlägt er eine Light-Variante vor, die tageszeitabhängig gültig wäre.

Girod ist für mehr Kostenwahrheit, visiert aber längerfristig ein Mobilitypricing an, das auch den motorisierten Individualverkehr betreffen würde. Wichtig ist ihm, dass die Subventionen an den öffentlichen Verkehr künftig stärker ans Verlagerungsziel gekoppelt werden; sie sollen Autokilometer vermeiden helfen. Doch genau hier holt das Auto auf. Weil oft nur die Treibstoffkosten kalkuliert würden, scheine eine Autofahrt günstiger zu kommen, insbesondere dann, wenn mehrere Personen mitfahren würden. Um diesen Nachteil zu kompensieren, denkt Girod laut über Gruppenrabatte im ÖV nach.

BZ/cab

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