Pfister killt den Pfister-Plan – jetzt wird Ersatz gesucht

Die Parteien fordern von der CVP bessere Kandidaten für den Bundesrat. Aber es gibt nur wenig Alternativen.

Gerhard Pfister: Kann im Gegensatz zur FDP keine Kandidaten mit der Strahlkraft einer Karin Keller-Sutter vorweisen.

Gerhard Pfister: Kann im Gegensatz zur FDP keine Kandidaten mit der Strahlkraft einer Karin Keller-Sutter vorweisen.

(Bild: Marco Zanoni (Lunax))

Adrian Schmid@adschmid
Mischa Aebi@sonntagszeitung
Denis von Burg@sonntagszeitung

Die Not ist gross. Weil das Feld der Bundesratsbewerber der CVP den Strategen aus den anderen Parteien nicht genügt, suchen diese verzweifelt nach Sprengkandidaten. Jetzt nimmt sich aber der Topfavorit definitiv aus dem Rennen. CVP-Chef Gerhard Pfister, der sowohl von links und rechts auf Unterstützung zählen könnte, will nicht antreten. «Ich habe mit der Wahl zum CVP-Präsidenten von der Idee, Bundesrat zu werden, Abschied genommen», sagt Pfister.

Daher rücken andere CVP-Leute in den Fokus: Sowohl im linken wie im rechten Lager werden jetzt Bundeskanzler Walter Thurnherr und der Obwaldner Ständerat Erich Ettlin heiss gehandelt. Der Haken: Beide haben, wie Pfister, bereits verlauten lassen, dass sie nicht als Kandidaten für die Nachfolge von Doris Leuthard zur Verfügung stünden. Nun fragt man sich, ob das wirklich ihr letztes Wort war.

Die CVP hat das Problem, dass sie im Gegensatz zur FDP keine Kandidatin und keinen Kandidaten mit der Strahlkraft einer Karin Keller-Sutter vorweisen kann. Die bekannten Bewerber Peter Hegg­lin, Elisabeth Schneider-Schneiter und Heidi Z’graggen lösen bei den anderen Parteien keine Begeisterung aus.

Selbst Viola Amherd kämpft mit Handicaps. Immer noch ist unklar, ob sie überhaupt antritt. Die Nationalrätin aus Brig erholt sich von einer operativen Entfernung der Nierensteine und wird nächste Woche ihren Beschluss bekannt geben, heisst es aus ihrem Umfeld.

SP möchte Amherd wählen – und zweifelt, ob es ihr reicht

Da Amherd am linken CVP-Flügel politisiert, ist sie zwar für die SP eine valable Bundesrätin. «Wir möchten sie wählen», sagt ein Vertreter der SP-Spitze, der nicht namentlich genannt werden will. Doch es gibt Zweifel, ob sie die Wahl auch schaffen würde. Das Problem sind die Rechten. Insbesondere der SVP ist Amherd zu links. Ein SVP-Kadermann sagt hinter vorgehaltener Hand, man würde sie nicht wählen. Der SP-Spitzenfunktionär kommt deshalb zum Schluss: «Wenn wir Amherd nicht durchbringen, brauchen wir eine starke Alternative. Die CVP muss nachbessern, wenn sie nicht riskieren will, dass ein wilder Kandidat gewählt wird.»

Auch SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner ist der Ansicht, dass die bisherige Auswahl «ungenügend» sei. «Es braucht noch einen wirklich bürgerlichen Kandidaten.» Amherd und Schneider-Schneiter seien linksliberal. Selbst Ständerat Hegglin hat die SVP noch nicht davon überzeugen können, dass er der richtige Mann für den Bundesrat ist, weil er sich bis jetzt praktisch nur in der Finanzpolitik bemerkbar gemacht hat.

Und die Urner Regierungsrätin Z’graggen gilt als Aussenseiterin, weil sie im Bundeshaus wenig bekannt ist. Immerhin heisst es aus der SVP, man werde auf jeden Fall eine offizielle CVP-Kandidatur unterstützen.

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