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Politiker fordern strengeren Strafvollzug

Sexual- und Gewaltverbrecher sollen im Wiederholungsfall automatisch verwahrt werden müssen. Dies fordert Natalie Rickli nach dem Tod von Adeline M. Von anderer Seite wird der Ruf nach einem Täterregister laut.

Erhält für ihre Idee Zuspruch der Sicherheitsdirektoren: SVP-Nationalrätin Natalie Rickli, hier im Bundeshaus in Bern.
Erhält für ihre Idee Zuspruch der Sicherheitsdirektoren: SVP-Nationalrätin Natalie Rickli, hier im Bundeshaus in Bern.
Keystone

Nach dem Tod der 34-jährigen Adeline M. in Genf ziehen Parlamentarier die Kantone zur Verantwortung: «Es gibt immer eine zweite, dritte oder vierte Chancen für Straftäter. Damit muss Schluss sein», sagt SVP-Nationalrätin Natalie Rickli gegenüber der «SonntagsZeitung». Sie fordert in einem Vorstoss, dass Sexual- und Gewaltverbrecher im Wiederholungsfall automatisch verwahrt werden müssen.

Politiker aus verschiedenen Parteien pflichten Rickli bei. Und selbst bei Sicherheitsdirektoren findet die Idee Unterstützung. Der Tessiner Regierungsrat Norman Gobbi verlangt, dass die Risikobeurteilung von Straftätern kantonal vereinheitlicht wird.

Die Waadtländer Sicherheitsdirektorin Jacqueline de Quattro (FDP) fordert einen strengeren und schweizweit einheitlichen Strafvollzug. «Unser Justizsystem kümmert sich zu sehr um die Täter. Sie erhalten viel Aufmerksamkeit und Pflege», sagt de Quattro der «NZZ am Sonntag». Dies gelte besonders für die Westschweiz. «Ich weigere mich, dies zu akzeptieren.»

«Polizisten haben Wichtigeres zu tun»

Es gehe nicht, dass jeder Kanton eigene Regeln für den Strafvollzug habe. Auch inhaltlich hat die Regierungsrätin klare Vorstellungen: «Ein verurteilter Gewaltstraftäter darf nicht Jahre vor seiner Entlassung aus dem Gefängnis Ausflüge machen. Auch nicht mit Polizeieskorte, Polizisten haben Wichtigeres zu tun.»

Nur Häftlinge, die eindeutig Fortschritte gemacht hätten und die von mehreren, unabhängigen Experten einstimmig als nicht mehr gefährlich eingestuft würden, dürften gegen Ende der Strafzeit an die Freiheit gewöhnt werden. De Quattro will ihre Forderungen in die Konferenz der kantonalen Polizei- und Justizdirektoren einbringen.

Sie erhält Unterstützung auf nationaler Ebene. Der Genfer FDP-Nationalrat Hugues Hiltpold fordert vom Bundesrat einen Bericht über die Vorteile eines einheitlichen Strafvollzugs. CVP-Präsident Christophe Darbellay findet, «die Kantone müssen sich besser koordinieren, etwa mehr Daten austauschen».

«Es herrscht nur noch Wut»

Anita Chaaban wiederum, die 2004 mit der Verwahrungsinitiative einen Erfolg feierte, kündigt im Interview mit der «SonntagsZeitung» Pläne für eine neue Initiative an: Es brauche ein zentrales Täterregister, in dem die Fälle auch nach fünfzehn, zwanzig Jahren nicht gelöscht werden.

Darin sollen die Gutachten, die Namen der Gutachter, die Urteilsbegründungen und die Namen der Richter stehen. Chaaban ist ob des neuen Falles konsterniert: «Es herrscht nur noch Wut.»

Adeline wollte heiraten

Derweil geht die Suche nach Adelines mutmasslichem Mörder Fabrice A. unter Hochdruck weiter. Bis gestern Abend wurde der Mann nicht gefunden. Das Opfer Adeline wollte ihren Job kündigen und noch dieses Jahr heiraten, wie ihre Mutter gegenüber der «SonntagsZeitung» verriet.

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