Richtig, aber sehr spät

Ignazio Cassis hat das vollständige PR-Desaster doch noch abgewendet.

Es hat ziemlich heftige Reaktionen aus dem In- und Ausland gebraucht, bis Bundesrat Ignazio Cassis den Deal mit Philip Morris zurücknahm. Archivbild: Arnd Wiegmann (Reuters)

Es hat ziemlich heftige Reaktionen aus dem In- und Ausland gebraucht, bis Bundesrat Ignazio Cassis den Deal mit Philip Morris zurücknahm. Archivbild: Arnd Wiegmann (Reuters)

Markus Häfliger@M_Haefliger

Hätte der Aussenminister an Philip Morris als Hauptsponsor festgehalten, hätte er ein PR-Desaster für die Schweiz fabriziert. Medien im In- und Ausland hätten nächstes Jahr kaum über die Inhalte des Schweizer Expo-Auftritts berichtet, sondern vor allem über die unangebrachte Partnerschaft mit einem Tabakmulti.

Irritierend ist nur, dass Cassis’ Departement erst nach heftigen Protesten aus dem In- und Ausland zu dieser banalen Erkenntnis gelangt. Unklar bleibt zudem, wie weit Cassis’ Untergebene ihm die Sache eingebrockt haben – und wie weit er selber in den Deal mit Philip Morris involviert war.

Dass viele Leute sich die Freiheit zum Rauchen nehmen, ist eine Tatsache. Und darum soll auch die Tabakindustrie in der Legalität operieren. Doch als Image-Partner eines Landes, das die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beherbergt, ist sie untragbar. Dafür hat die Industrie in der Vergangenheit zu viele wissenschaftliche Fakten über die Schädlichkeit des Rauchens unterdrückt, zu viele Präventionsanstrengungen unterlaufen und zu viele Jugendliche zur Sucht verführt.

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