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«Schiessen ist Teil der helvetischen DNA»

Am Umzug des Eidgenössischen Schützenfestes in Visp nahmen 3200 Personen teil. Bundesrat Ueli Maurer hob in seiner Rede Schweizer Werte hervor.

Im Schuss: Bundesrat Ueli Maurer hat beim Eidgenössischen Schützenfest ein Heimspiel. (28. Juni 2015)
Im Schuss: Bundesrat Ueli Maurer hat beim Eidgenössischen Schützenfest ein Heimspiel. (28. Juni 2015)
Olivier Maire, Keystone
Politprominenz in Visp: Jacques Melly, Christophe Darbellay und Verteidigungsminister Maurer sind gut gelaunt. (28. Juni 2015)
Politprominenz in Visp: Jacques Melly, Christophe Darbellay und Verteidigungsminister Maurer sind gut gelaunt. (28. Juni 2015)
Olivier Maire, Keystone
Höhepunkt ist auch die Übergabe der Fahne an die neuen Organisatoren. (28. Juni 2015)
Höhepunkt ist auch die Übergabe der Fahne an die neuen Organisatoren. (28. Juni 2015)
Olivier Maire, Keystone
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Beim Eigenössischen Schützenfest wurde in Visp der «offizielle Tag» mit Politprominenz und einem grossen Festumzug der 3200 Schützen begangen. Bundesrat Ueli Maurer lobte, das Schützenwesen stehe für Schweizer Werte und Wurzeln. Das Schiessen verlange den Schützinnen und Schützen Präzision und Disziplin ab, beides Werte, welche die Schweiz auszeichneten, sagte Maurer heute während des Festakts auf dem Martiniplatz.

Der Verteidigungsminister ergriff die Gelegenheit, erneut zu betonen, dass man die Sicherheit nicht aufs Spiel setzen dürfe. Die Armee müsse mit den dafür notwendigen Mitteln ausgestattet werden, forderte er. Der Präsident der Walliser Kantonsregierung, Jacques Melly, wiederum sagte, der Augenblick, in dem einem Schweizer die Waffe übergeben werde, sei ein starker und symbolhafter. Er stehe für Reife und Verantwortung.

Fahnenübergabe ans Walliser OK

CVP-Präsident Christophe Darbellay, der zugleich Präsident des Organisationskomitees (OK) ist, sagte in seiner Rede, das Schiessen sei die historische Leidenschaft der Schweiz. «Schiessen ist Teil der helvetischen DNA», sagte der nach eigenen Angaben leidenschaftliche Jäger. «Die Schützen legen sich vor ihren Zielscheiben hin. Sie legen sich hin, damit die Schweiz aufrecht stehen kann.» Darbellay rief zugleich die versammelten Schützinnen und Schützen dazu auf, dafür zu kämpfen, dass das Schützenfest bestehen bleibe.

Am Festakt fand auch die Fahnenübergabe statt. Die Organisatoren des Eidgenössischen Schützenfestes vor fünf Jahren in Aarau übergaben die Fahne des Schweizerischen Schiesssportverbandes SSV an das Walliser OK. Zugleich wurde in Visp die neue SSV-Fahne geweiht.

Ohrenbetäubendes Spektakel

Nach dem Festakt zogen rund 3200 Schützen in 60 Formationen durch die Innenstadt. Angeführt wurde der Umzug von den «Tschäggättä» aus dem Lötschental. Gekleidet in warme Felle und maskiert mit schweren Holzmasken liessen sie es sich trotz Sonnenschein und Hitze nicht nehmen, einige der zahlreich erschienenen Zuschauer zu erschrecken. Rund 30 Kantonsverbände sandten Vertreter zum Umzug nach Visp, darunter auch der Kanton Uri, in dessen Formation Willhelm Tell und sein Sohn Walter mit dem Apfel nicht fehlen durften.

Beim Umzug dabei waren auch Bundesrat Maurer und Regierungspräsident Melly. Sie wurden in einem Rolls-Royce-Cabrio durch die Stadt chauffiert, Darbellay und sein OK folgten in amerikanischen Oldtimer-Limousinen. Über zwei Stunden dauerte das bunte Spektakel aus Uniformen, Fahnen und Fanfaren, aus Pferden und Pfeiffern, Trommlern und Tambouren. Immer wieder waren donnernde Schüsse zu hören. Das zahlreich erschienene Publikum honorierte die Darbietungen mit donnerndem Applaus.

Teilnehmerzahlen schrumpfen

Das rauschende Fest am «offiziellen Tag» kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das alle fünf Jahre stattfindende Eidg. Schützenfest seit Jahren mit sinkenden Teilnehmerzahlen zu kämpfen hat. Während vor 20 Jahren in Thun noch 70'000 Schützen zusammenkamen, werden im Wallis in diesem Jahr mit 38'000 nur noch etwas mehr als die Hälfte erwartet. Das OK im Wallis hatte auch Mühe, genügend Helferinnen und Helfer zu finden. Diejenigen, die sich meldeten, wurden häufiger eingesetzt als ursprünglich geplant.

Einige Lücken wurden durch Armeeangehörige geschlossen. Mit rund 6000 Diensttagen sei die Unterstützung der Armee die grösste, die sie je für einen zivilen Anlass erbracht habe, schrieb das Verteidigungsdepartement in einer Mitteilung. Weiter hätten die Walliser Zivilschutzorganisationen das Fest mit rund 600 Zivilschützern unterstützt.

Der Startschuss zum diesjährigen Schützenfest in Visp und Raron fiel am 11. Juni mit dem Eröffnungsschiessen. Es endet am 12. Juli mit dem Schützenkönigausstich. Die Chance, dass es eine Schützenkönigin gekürt wird, liegt bei eins zu zehn, denn auf zehn Schützen kommt eine Schützin am Schützenfest.

SDA

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