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Schmiergeld: Neat-Bauer Strabag unter Beschuss

Millionenhohe Schmiergeldzahlungen: In Österreich laufen Ermittlungen gegen den Baukonzern Strabag, der auch Abschnitte des Gotthard-Basistunnels baut.

Millionengeschäft: Der Bau des Gotthard-Basistunnels.
Millionengeschäft: Der Bau des Gotthard-Basistunnels.
Keystone

Der österreichische Bauriese kommt nicht aus den Schlagzeilen: Seit Sommer ermittelt die Staatsanwaltschaft Wien gegen Strabag-Chef Hans-Peter Haselsteiner wegen des Verdachts auf Bestechung. Wie der «Spiegel» berichtet, soll der Baukonzern – einer der grössten in Europa – in Deutschland, Österreich und Ungarn Schmiergelder in Millionenhöhe bezahlt haben. Strabag wollte demnach im heissumkämpften Baumarkt illegal an Aufträge herankommen.

Brisant: Strabag mischt auch im Schweizer Baumarkt kräftig mit. So baut die gleichnamige Schweizer Tochterfirma, die vormalige Züblin Murer, Teile des Gotthard-Basistunnels. Nach dem Auftrag für den Tunnelabschnitt Amsteg für rund 630 Millionen Franken bekam das Unternehmen Anfang 2007 auch den Abschnitt Erstfeld für 1,1 Milliarden Franken zugeschlagen. Und Anfang Oktober reichte Strabag eine Offerte für den über 15 Kilometer langen Ceneri-Basistunnel im Tessin ein. Bauvolumen: bis zu einer Milliarde Franken.

Strabag baut weiter an Neat

Bei der Bauherrin, der Alptransit, stört man sich nicht an den Vorwürfen gegen die Strabag: «Die Strabag wurde noch nicht verurteilt. Es gilt also die Unschuldsvermutung», sagt Sprecherin Monika Rohrer auf Anfrage von Redaktion Tamedia. Auf die Neat-Baustellen hätte ein Urteilspruch keine Auswirkungen: «Die Aufträge für die Neat wurden rechtens vergeben, die Bauarbeiten sind in vollem Gang. Allerdings würde ein Urteil ein schlechtes Licht auf die Strabag werfen.»

Die Vergabe des Bauabschnitts Erstfeld an die Strabag war umstritten. Bereits damals berichteten die Medien über den Korruptionsskandal, der sich allerdings noch auf Deutschland beschränkte. Die Alptransit AG liess sich davon jedoch nicht beirren und vergab den Auftrag – nach zwei Beschwerden der unterlegenen Berner Marti – an die Strabag. Die Schweizer Tochtergesellschaft sei nicht in die Affäre verwickelt, erklärte die Alptransit der Neat-Aufsichtsdelegation der eidgenössischen Räte.

Aldi und Kempinski

Neben der Neat baut Strabag über 50 Läden für Aldi. Auch beim Bau des Kempinski-Hotels in St. Moritz sowie bei neuen Westside-Center in Bern war Strabag engagiert. Nun möchte Strabag ihre Position stärken: Die Firma deutete unlängst an, sie wollte die Schweizer Baufirma Implenia übernehmen. Implenia ist zurzeit Nummer 1 auf dem Schweizer Baumarkt.

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