Schützenvereine werben gezielt um Jugendliche

Seit der Herabsetzung des Mindestalters auf 15 Jahre ist die Zahl der Jungschützen um rund ein Drittel gestiegen. Der Andrang verursacht Mehrkosten beim Bund.

Immer mehr Jugendliche wollen ans Gewehr: Stand an einer Waffenbörse in Lausanne. (Archivbild)

Immer mehr Jugendliche wollen ans Gewehr: Stand an einer Waffenbörse in Lausanne. (Archivbild)

(Bild: Keystone Christian Brun)

9737 Jugendliche haben 2016 einen Jungschützenkurs absolviert, 2015 waren es noch 6441. Das zeigen Zahlen des Schweizer Schiesssportverbands. Im Kanton Genf haben sich sogar so viele angemeldet, dass Jugendliche abgewiesen werden mussten, schreibt die «Sonntagszeitung».

Vor einem Jahr haben die Vereine Unterstützung vom Bundesrat bekommen, indem das Mindestalter für die Schiessausbildung von 17 auf 15 Jahre gesenkt wurde. Ein Drittel der Neuanmeldungen im Jahr 2016 waren Jugendliche unter 17 Jahren. Sie konnten nur dank der Gesetzesänderung mit dem Schiessen beginnen.

Gratis-Hotdog beim Volksschiessen

Schützengesellschaften haben in den letzten Jahren gezielt Jugendliche angeworben. In Möhlin AG beispielsweise erhielt gemäss der «Sonntagszeitung» jeder 15-Jährige einen Brief des Vereins. Beim Volksschiessen in Wohlen AG erhält jeder Teilnehmer einen Hotdog. Der Kurs ist in den meisten Vereinen gratis – die Kosten werden von der Armee übernommen.

Der Andrang der Jugendlichen verursacht zusätzliche Kosten. 670'000 Franken kosteten die Kurse 2015, 890'000 Franken 2016. Das VBS hat durch die Senkung des Alters 220'000 Franken mehr zu bezahlen. Das ist doppelt so viel wie geplant.

chi

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