So will die Ju-Air ihre abgestürzte Ju-52 ersetzen

Damit die Dübendorfer Airline schon im Frühjahr starten kann, muss sie ein Flugzeug aus einem Museum in Deutschland zurückholen.

Flug in eine ungewisse Zukunft: Eine Ju-52 über Dübendorf. Bild: Keystone

Flug in eine ungewisse Zukunft: Eine Ju-52 über Dübendorf. Bild: Keystone

Pia Wertheimer@Wertli

Sie bietet einen traurigen Anblick, die Ju-52 mit dem Kennzeichen HB-HOP. Die Mechaniker der Ju-Air zerlegen sie derzeit in einem Hangar in Dübendorf. Denn: Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) verlangt, dass die Airline nachweist, dass ihre Maschinen in «technisch einwandfreiem» Zustand sind. Erst dann will es erwägen, das Flugverbot aufzuheben, mit dem es die beiden übrig gebliebenen Maschinen belegt hat.

Wie sich nun herausstellt, soll nur eine dieser beiden Ju-52 wie geplant im Frühjahr in die Luft. Die demontierte HB-HOP wird frühestens im Spätsommer wieder abheben. So lange dauert ihre Generalüberholung. Das Schwesterflugzeug, die HB-HOS, wird 2020 diese Prozedur durchlaufen. Dies teilt Ju-Air-Chef Kurt Waldmeier in einem Schreiben den Mitgliedern des Vereins der Freunde der schweizerischen Luftwaffe mit, der unter anderem die Ju-Air trägt. Trotzdem wird die HB-HOS heuer zu Rundflügen starten: «Sie ist in gutem Zustand und wird regulär eingesetzt», sagt Ju-Air-Sprecher Christian Gartmann. Vorerst aber nicht von Dübendorf aus. «Sie wird zuerst im deutschen Mönchengladbach stationiert sein.»

Grund dafür sind ein Vertrag und eine dritte Ju-52: Die HB-HOY, die derzeit in Mönchengladbach im Museum steht. Die Ju-Air hatte sie vor rund zwei Jahren nach Deutschland in den Ruhestand geschickt. Nun soll diese Maschine in Dübendorf wieder flugtauglich gemacht werden und die am Piz Segnas abgestürzte Ju ersetzen.

Bilder: Ju-Air will wieder drei Maschinen

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Doch so einfach ist das nicht, denn die Ju-Air hat mit den deutschen Museumsbetreibern vereinbart, dass immer eine Ju-52 in Mönchengladbach zu sehen ist. Diese Rolle wird die heute noch in Dübendorf stehende HB-HOS übernehmen, während die Ju-Air die HB-HOY in die Schweiz überführt, wo sie laut dem Schreiben von Kurt Waldmeier eine «detaillierte Sicherheitsprüfung» durchlaufen soll. «Im April soll sie die erste Ju-52 sein, die den Flugbetrieb der Ju-Air wieder aufnimmt.»

Vor diesem Tausch muss aber das Bazl den Flug der HB-HOY in die Schweiz bewilligen. Ein entsprechendes Gesuch liegt dem Amt vor. «Unsere Inspektoren überprüfen es», sagt Bazl-Sprecher Christian Schubert auf Anfrage. Er betont, dass es sich dabei um eine einmalige Flugbewilligung handle. «Die Betreiber müssen dann darlegen, dass die drei Maschinen in einem technisch einwandfreien Zustand sind – erst dann würde das Bazl das Flugverbot aufheben.»

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