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Spiess-Hegglin ist «nicht überrascht»

Die Haaranalyse bei Jolanda Spiess-Hegglin hat keinen Nachweis für K.-o.-Tropfen erbracht. Die Zuger Lokalpolitikerin hat mit diesem Ergebnis gerechnet.

Keine Anhaltspunkte für Betäubung mit K.-o.-Tropfen: Die Zuger Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin nach einer Sitzung im Regierungsgebäude. (29. Januar 2015)
Keine Anhaltspunkte für Betäubung mit K.-o.-Tropfen: Die Zuger Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin nach einer Sitzung im Regierungsgebäude. (29. Januar 2015)
Keystone
Wurde vorübergehend verhaftet und spricht von einvernehmlichem Handeln: Markus Hürlimann, SVP-Präsident in Zug.
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PD
Geladene Gäste begaben sich nach der Landammannfeier auf die Schiffe MS Zug (Bild) und MS Rigi, von da...
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Die Haarprobe der Zuger Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin (Alternative-die Grünen) hat keinen Hinweis auf K.-o.-Tropfen ergeben. Bereits Anfang Januar durchgeführte Analysen von Blut und Urin hatten ebenfalls keine narkotisierenden Stoffe nachgewiesen.

In der am Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich ausgewerteten Haarprobe sind keine Spuren von GHB (Gamma-Hydroxybuttersäure) nachweisbar. Es liegen demzufolge keine Anhaltspunkte vor, wonach die 34-Jährige mit solchen Substanzen betäubt worden war, wie die Zuger Strafverfolgungsbehörden mitteilten.

Die Blut- und Urinproben seien auf alle bekannten Stoffe, wie beispielsweise Beruhigungsmittel untersucht worden, sagte Mediensprecher Marcel Schlatter. Weil sich GHB jedoch nur acht Stunden nach der Einnahme nachweisen lasse, wurde eine Haarprobe noch auf diesen speziellen Stoff hin untersucht.

Jolanda Spiess-Hegglin selber ist nicht überrascht über das Ergebnis, wie ihr Sprecher Patrick Senn gegenüber Blick.ch sagt. Sie wisse von mehreren Rechtsmedizinern und forensischen Toxikologen, dass bei einer einmaligen Einnahme von K.-o.-Tropfen der Nachweis äusserst schwierig sei.

Strafuntersuchung wird fortgesetzt

Hintergrund der Untersuchung ist ein mutmasslicher sexueller Übergriff nach der Feier für den neuen Landamann Ende letzten Jahres. Der Fall ist mit dem Ausschluss von K.-o.-Tropfen noch nicht erledigt. Die Strafuntersuchung wegen möglicher Delikte gegen die sexuelle Integrität wird fortgesetzt. Die Staatsanwaltschaft hat bereits zahlreiche Personen befragt. Ihre Aussagen werden zurzeit ausgewertet. Weitere Einvernahmen erfolgen noch.

Wann die Strafuntersuchung abgeschlossen ist, lasse sich noch nicht sagen, schreiben die Strafverfolgungsbehörden.

Der Vorfall ereignete sich in der Nacht auf Sonntag, 21. Dezember. Spiess-Hegglin war am Morgen nach der Feier, bei der viel Alkohol geflossen war, nach eigenen Angaben mit Unterleibsschmerzen erwacht. Weil sie sich an nichts erinnern konnte, ging sie ins Spital. Die Ärzte dort informierten schliesslich die Polizei.

Unter Verdacht geriet SVP-Kantonsrat Markus Hürlimann. Mit dem 40-Jährigen war Spiess-Hegglin zuletzt gesehen worden. Hürlimann wurde verhaftet und einen Tag später wieder auf freien Fuss gesetzt. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Handlungen gegen die sexuelle Integrität eingeleitet.

Sowohl Hürlimann als auch Spiess-Hegglin nehmen ihre Aufgaben als Kantonsräte weiterhin wahr.

(SDA)

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