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Thailänderin erhält keine geringere Freiheitsstrafe

Das Berner Obergericht hat die Freiheitsstrafe von 10,5 Jahren für eine mutmassliche Menschenhändlerin bestätigt.

Das Urteil des Obergerichts kann noch ans Bundesgericht weitergezogen werden. Foto: Peter Schneider/Keystone
Das Urteil des Obergerichts kann noch ans Bundesgericht weitergezogen werden. Foto: Peter Schneider/Keystone

Eine des gewerbsmässigen Menschenhandels und weiterer Straftaten angeklagte Thailänderin hat am Freitag vor dem bernischen Obergericht keine mildere Strafe erhalten. Die zweite Instanz hat die Strafe aber auch nicht verschärft. Vielmehr bestätigte das Obergericht die erstinstanzliche Freiheitsstrafe von 10,5 Jahren.

Die Thailänderin hatte über Jahre Landsfrauen aus armen Gegenden Thailands in die Schweiz geschickt, wo sie in einschlägigen Etablissements als Prostituierte anschaffen mussten.

Die Angeklagte verrechnete den jungen Frauen und Transsexuellen horrende Kosten für die Organisation der Reise und den Aufenthalt in der Schweiz. Diese Schulden mussten die Frauen abarbeiten. Die in ihren Kreisen nur als «Ma'am» bekannte Thailänderin soll nicht zimperlich gewesen sein, wenn es darum ging die Frauen zum Anschaffen anzutreiben und von ihnen Geld abzukassieren (zum Bericht).

Die erste Instanz hatte die Frau in Dutzenden Fällen des Menschenhandels, der Förderung der Prostitution, der Geldwäsche und weiterer Straftaten für schuldig. Daneben sprach das Regionalgericht Biel-Seeland die Frau in mehreren Fällen frei, weil es die Beweislage zu dünn fand.

Das Obergericht hatte nunmehr die Aufgabe, die Freisprüche zu überprüfen und dementsprechend das Strafmass gegebenenfalls anzupassen.

Die Staatsanwaltschaft hatte verlangt, die Freisprüche in Schuldsprüche umzuwandeln. Sie hielt die Fälle für genügend belegt. Dementsprechend plädierte die Staatsanwältin auf eine Strafverschärfung. Die Verteidigung hingegen forderte, die Freisprüche als solche zu belassen und die ausgefällte Freiheitsstrafe zu mildern.

Die Strafkammer des Obergerichts hielt die Beweislage für zusätzliche Schuldsprüche in den meisten Fällen für zu gering.

Beim Strafmass beliess es das Obergericht bei den ausgefällten 10,5 Jahren. Weiter fällte es eine bedingte Geldstrafe von 260 Tagessätzen zu 30 Franken aus. Das Urteil des Obergerichts kann noch ans Bundesgericht weitergezogen werden.

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Sie verteilte Thailänderinnen an Bordelle

Die 60-jährige P. P. schleuste für bis zu 30'000 Franken Frauen zur Prostitution in die Schweiz. Bis man ihr auf die Schliche kam.

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SDA/aru

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