Zum Hauptinhalt springen

Thorberg: BSPV-Chef kritisiert Polizeidirektor

Der bernische Polizei- und Militärdirektor Hans-Jürg Käser hätte «gewisse Details» aus dem Privatleben des freigestellten Thorberg-Direktors Georges Caccivio nicht bekanntgeben dürfen.

Bestätigen massive Vorwürfe gegen Ex-Thorberg-Direktor Georges Caccivio: Strafvollzugsexperte Benjamin Brägger (vorne) und Polizeidirektor Hans-Jürg Käser.
Bestätigen massive Vorwürfe gegen Ex-Thorberg-Direktor Georges Caccivio: Strafvollzugsexperte Benjamin Brägger (vorne) und Polizeidirektor Hans-Jürg Käser.
Beat Mathys
Der Untersuchungsbericht kommt zum Schluss, dass Caccivio tatsächlich auch als Direktor der Anstalten Thorberg noch auf dem Drogenstrich verkehrte.
Der Untersuchungsbericht kommt zum Schluss, dass Caccivio tatsächlich auch als Direktor der Anstalten Thorberg noch auf dem Drogenstrich verkehrte.
Keystone
Hans Jürg Käser wusste seit dem Herbst 2013 von den Vorwürfen. Suspendierte Caccivio jedoch erst am Montag (3. Februar 2014). Nun will er Lehren aus der Affäre-Caccivio ziehen.
Hans Jürg Käser wusste seit dem Herbst 2013 von den Vorwürfen. Suspendierte Caccivio jedoch erst am Montag (3. Februar 2014). Nun will er Lehren aus der Affäre-Caccivio ziehen.
Keystone
1 / 9

Der bernische Polizei- und Militärdirektor Hans-Jürg Käser hätte «gewisse Details» aus dem Privatleben des freigestellten Thorberg-Direktors Georges Caccivio nicht bekanntgeben dürfen. Das sagt der Geschäftsleiter des bernischen Staatspersonalverbands (BSPV).

Es gelte, zwischen den Interessen des Kantons Bern als Arbeitgeber und den privaten Interessen des Betroffenen abzuwägen, sagte BSPV-Chef und SP-Grossrat Matthias Burkhalter am Abend im Regionaljournal Bern Freiburg Wallis von Radio SRF. Caccivio habe kein Verbrechen begangen. Vielmehr handle es sich aus seiner Sicht um «Lappalien».

Klar müsse man «gewisse Sachen vielleicht anders überlegen», wenn man in der Öffentlichkeit stehe, sagte Burkhalter weiter. «Aber das Privatleben ist das eine, die Aufgabenerfüllung das andere.»

FDP-Regierungsrat Käser sagte dazu am Abend auf Anfrage, er habe im Februar 2014 die Freistelllung Caccivios ja begründen müssen. Da Caccivio Kontakte ins Milieu gepflegt habe, sei der Thorberg-Direktor erpressbar geworden, und das sei eine unmögliche Situation.

Fall fürs Gericht?

Das Regionaljournal berichtete mit Berufung auf Caccivio selber, dieser sei gar nicht mehr krankgeschrieben, wie FDP-Regierungsrat Käser noch am Donnerstag gesagt hatte. Er, Caccivio, wolle wieder für den Kanton Bern arbeiten.

Käser machte diese Aussagen bei der Vorstellung der Administrativuntersuchung des Strafvollzugsexperten Benjamin Brägger zu den Vorwürfen an die Leitung der Strafanstalt Thorberg und zum Anstellungsverfahren von Caccivio.

Brägger hatte gestern vor den Medien in Bern unter anderem gesagt, die Besuche Caccivios auf dem Bieler Drogenstrich seien «äusserst unprofessionell» gewesen. Sie hätten Caccivios Integrität völlig zerstört und zudem dem Ruf des Berner Freiheitsentzugs geschadet.

Caccivio wollte am früheren Abend auf Anfrage gegenüber der Nachrichtenagentur sda diese vom Radio wiedergegebene Aussage nicht mehr bestätigen. Er sage gar nichts mehr, ausser dass es für ihn wichtig sei, dass Brägger nichts strafrechtlich Relevantes und keine Verstösse gegen kantonale Gesetze oder Vorschriften geltend mache. Die Anwälte seien nun am Zug. Käser sagte der Nachrichtenagentur sda, weil es sich um ein laufendes Verfahren handle, könne er zur Arbeitsfähigkeit oder -unfähigkeit Caccivios nichts sagen.

Burkhalter sagt, eventuell entscheide letztlich das kantonale Verwaltungsgericht. Wenn der Kanton Bern Caccivio kündige, könne nämlich der Entscheid angefochten werden. Wenn es danach nicht zu einer Einigung komme, müsse das Gericht beurteilen, ob der freigestellte Thorberg-Direktor noch tragbar sei oder nicht.

SDA/tan

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch