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«Wer in der Privatwirtschaft solche Fehler macht, geht in Konkurs»

Ein IT-Projekt des Bundesamts für Strassen kostet rund 50 Millionen Franken mehr als geplant. Unternehmer und FDP-Nationalrat Ruedi Noser sagt im Interview, wo er die Ursachen dieses Debakels sieht.

Das Informatikprojekt Insieme war ein Mammutprojekt mit einer Vielzahl von Akteuren.
Das Informatikprojekt Insieme war ein Mammutprojekt mit einer Vielzahl von Akteuren.
Gaëtan Bally (Keystone)
Niemand hatte mehr den Überblick: Eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Finanz- und Geschäftsprüfungskommissionen beider Räte sollte abklären, wie es zum Abbruch des Informatikprojekts kam.
Niemand hatte mehr den Überblick: Eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Finanz- und Geschäftsprüfungskommissionen beider Räte sollte abklären, wie es zum Abbruch des Informatikprojekts kam.
Lauren Gillieron (Keystone)
Sie zog dem Informatikprojekt den Stecker: Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf brach Insieme im September 2012 ab.
Sie zog dem Informatikprojekt den Stecker: Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf brach Insieme im September 2012 ab.
Peter Schneider (Keystone)
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Nach FIS Heer und Insieme ist erneut ein Informatikprojekt des Bundes aus dem Ruder gelaufen. Die Strassendatenbank Mistra kostet statt 45 Millionen Franken plötzlich über 100. Können Sie sich erklären, was schiefgelaufen ist?

Wenn man weiss, wie in der Verwaltung gearbeitet wird, ist das leicht nachzuvollziehen. In der Privatwirtschaft ist ein Informatikchef für die zentrale Budgetkontrolle verantwortlich. Eine solche Stelle fehlt beim Bund völlig. Sämtliche Budgetentscheidungen werden in den Abteilungen und Departementen getroffen. Dort können Budgets nach Belieben überzogen werden. Die Finanzkontrolle kann dann bloss feststellen, wo welche Fehler gemacht wurden. Doch auch die Überprüfung geschieht nur stichprobenartig alle paar Jahre. Deshalb kommt es viel zu spät ans Licht, wenn die Kosten solcher Projekte ausser Kontrolle geraten.

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