Wir Sportler

Tausende Schweizerinnen und Schweizer wurden vom Bund zu ihrer Gesundheit befragt. Es zeigt sich: Wir nehmen das Thema ernster als früher.

Drei von vier gelten statistisch als «aktiv»: Die Schweizerinnen und Schweizer bewegen sich häufiger.

Drei von vier gelten statistisch als «aktiv»: Die Schweizerinnen und Schweizer bewegen sich häufiger.

Gesund leben liegt in der Schweiz im Trend. Das zeigen neue Daten, die das Bundesamt für Statistik am Dienstag veröffentlicht hat. Alle fünf Jahre werden im Rahmen der Gesundheitsbefragung rund 20'000 Männer und Frauen ab 15 Jahren befragt. Das Bild, das Herr und Frau Schweizer dabei von sich zeichnen, sieht folgendermassen aus:

Wir sind sportlich:
Drei von vier Personen werden von den Statistikern als aktiv eingestuft. 2002 waren es nur etwa 60 Prozent. Der Vergleich mit den Daten seit der Jahrtausendwende zeigt klar, dass ein wachsender Anteil der Bevölkerung Wert auf ausreichend körperliche Aktivität legt. Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt es kaum noch – wobei die Frauen in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich aufgeholt haben. Besonders stark verringert hat sich der Anteil der absoluten Bewegungsmuffel: von 19 Prozent der Bevölkerung im Jahr 2002 auf 8 Prozent im Jahr 2017.

Wir achten auf die Ernährung:
Zwei Drittel der Befragten geben an, zumindest teilweise auf ihre Ernährung zu achten. Die Frauen (73 Prozent) etwas mehr als die Männer (63 Prozent). Die Werte haben sich seit der Jahrtausendwende kaum verändert. Verändert hat sich seit der ersten Befragung im Jahr 1992 auch der Fleischkonsum. Empfohlen wird, nicht mehr als viermal pro Woche Fleisch zu essen. Der Anteil der Personen, die sich an diese Regel halten, hat sich zwischen 1992 und 2017 um 8 Prozentpunkte auf 65 Prozent erhöht. Die Empfehlung pro Tag mindestens fünf Portionen Früchte oder Gemüse zu essen, befolgt inzwischen rund ein Fünftel der Bevölkerung.

Wir rauchen und trinken weniger:
Alkohol gehört in der Schweiz dazu. Vier Fünftel der Bevölkerung ab 15 Jahren trinkt zumindest gelegentlich Alkohol. Insgesamt wird aber deutlich weniger getrunken als früher: 1992 trank in der Schweiz noch jeder Fünfte täglich Alkohol. Inzwischen hat sich dieser Wert halbiert. Dieser Trend gilt für alle Altersgruppen unter 65 Jahren. Im Pensionsalter ist tägliches Trinken weiterhin für rund jeden vierten Befragten Realität. Dieser Wert ist in den letzten 25 Jahren nur leicht gesunken.

Beim Anteil der Raucher gab es in den letzten Jahren wenig Bewegung. 31 Prozent der Männer und 23 Prozent der Frauen rauchen. Allerdings wird deutlich weniger geraucht als früher. Der Anteil der starken Raucher (mindestens 20 Zigaretten pro Tag) hat sich seit 1992 etwa halbiert – von 47 auf 26 Prozent bei den männlichen Rauchenden und von 32 auf 15 Prozent bei den weiblichen Rauchenden.

Insgesamt beschreiben Herr und Frau ihren Lebensstil also als deutlich gesünder als in früheren Umfragen. Doch wie wirkt sich dieses Verhalten auf die Gesundheit aus?

Wir werden zumindest nicht mehr dicker:
Zwischen 1992 und 2012 ist der Anteil der übergewichtigen (BMI >25) und adipösen (BMI >30) Menschen in der Schweiz von 30 auf 41 Prozent angestiegen. Seither hat sich dieser Wert stabilisiert – bei 42 Prozent. Männer sind weiterhin deutlich öfter übergewichtig als Frauen und etwas häufiger adipös.

Wir fühlen uns gesund:
85 Prozent der Bevölkerung beschreiben sich selber als körperlich gesund. Nur 4 Prozent schätzen ihre Gesundheit als schlecht ein. Diese Werte haben sich über die Jahre kaum verändert. Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt es ebenfalls kaum. Wenig überraschend verschlechtert sich der Gesundheitszustand mit dem Alter. Mit dem erreichen des Pensionsalter fühlen sich noch drei Viertel gesund, zehn Jahre später noch rund zwei Drittel.

Jeder Fünfte hat psychische Probleme:
Die grosse Mehrheit der Bevölkerung bezeichnet sich als glücklich und ausgeglichen. Allerdings fühlen sich rund 18 Prozent durch psychische Probleme in ihrem Leben beeinträchtigt. Frauen häufiger als Männer. Insgesamt sind die Werte in den letzten zehn Jahren aber stabil geblieben.

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