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Wirtschaftlich ist die Schweiz ein Fussballzwerg

Wie gut ist der europäische Fussball wirtschaftlich aufgestellt? Die Prüfungsfirma Deloitte hat eine Liste der umsatzstärksten Ligen veröffentlicht. Die Super League hinkt hier zwar hinterher, kann beim Kostenmanagement aber mithalten.

16'900'000'000 Euro: So viel hat der europäische Fussball in der Saison 2010/2011 umgesetzt. Gemäss der neuen Ausgabe des «Annual Review of Football Finance» von Deloitte ist dies ein neuer Spitzenwert. Die Hälfte des Umsatzes trugen mit 8,6 Milliarden Euro oder umgerechnet 10,3 Milliarden Franken die fünf grössten Fussballligen Europas bei. Verglichen mit 2009/2010 ist dies ein Wachstum von 2 Prozent.

Umsatztreiber waren mit 4,1 Milliarden Euro Einnahmen die Fernsehrechte und die Werbeumsätze, die um 5 Prozent anstiegen. Für alle Nicht-Fussball-Interessierten: Die Top Five des europäischen Fussballs sind die britische Premier League, die deutsche Bundesliga, die spanische Primera Division, die italienische Serie A und die französische Ligue 1.

Im Vergleich bewegt sich die Schweizer Super League mit einem Umsatz von lediglich knapp 150 Millionen Euro im unteren Drittel der europäischen Ligen. Ihr Anteil am gesamten europäischen Fussballumsatz beträgt nicht einmal 1 Prozent.

Das Mittelfeld

Dazwischen sind die russische Premjer-Liga (614 Millionen Euro Umsatz), die türkische Süper Lig (515 Millionen) und die holländische Eredivisie (431 Millionen) anzutreffen. Selbst die britische Zweitliga Football League Championship erwirtschaftete mit 468 Millionen Euro mehr Umsatz als unsere Topliga.

Das Problem des Schweizer Fussballmarktes ist, dass er zu klein ist. «Man muss sich des in der Schweiz eingeschränkten Ertragspotenzials bewusst sein», sagt Andreas Csonka, Direktor der Deloitte Sports Business Group Schweiz. Zwar verzeichnet die Super League mit einer durchschnittlichen Zuschauerzahl von 12'200 Personen pro Spiel einen leichten Anstieg. «Von den durchschnittlichen 45'000 Besuchern pro Bundesligaspiel und den dadurch generierten Erträgen kann man aber hierzulande nur träumen», stellt Csonka fest.

Besser schneidet die Schweiz beim Kostenmanagement ab: Hier bewegt sich die Super League gemäss Deloitte im europäischen Durchschnitt. Beispiel Spieler- und Trainerlöhne: Das Verhältnis von Salären und Umsatz beträgt im europäischen Durchschnitt 66 Prozent. Mit anderen Worten: Betrachtet man die Lohnsumme und die Umsätze aller europäischen Ligen, so gehen pro 100 Umsatzfranken 66 Franken für Löhne drauf. Beim FC Basel beispielsweise sind es pro 100 Umsatzfranken 55 Lohnfranken.

Die Lohnsumme für Spieler und Trainer liegt beim Meister Basel im mittleren zweistelligen Millionenbereich, beim BSC Young Boys im unteren zweistelligen Millionenbereich.

Bekannt sind dem Prüfungsunternehmen aber auch eine ganze Reihe von Ausreissern, bei denen das Verhältnis deutlich über 66 Prozent lag. Zu nennen sind etwa Neuenburg Xamax oder Servette Genf. Xamax spielt nicht mehr in der Super League, Servette stand vor dem Konkurs.

Bundesliga rentiert

Auch bei der Profitabilität der verschiedenen Ligen und Klubs gibt es erhebliche Unterschiede. Am einträglichsten scheinen dabei die deutschen Vereine zu arbeiten: Die Bundesliga verbesserte ihr Betriebsergebnis um 33 Millionen Euro (+24 Prozent) auf 171 Millionen Euro. Sie ist damit zum dritten Mal in Folge die profitabelste Liga. An zweiter Stelle folgt die englische Premier League mit einem Gewinn von 75 Millionen Euro.

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