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Zahl der Asylgesuche geht zurück

In der Schweiz ist die Zahl der Asylgesuche gesunken. 15'567 Personen haben in der Schweiz um politisches Asyl gebeten. Das sind 2,7 Prozent weniger als 2009. Prozentual wurden aber mehr Gesuche bewilligt.

Die Schweiz hat etwas an Anziehungskraft verloren: Asylsuchende in einem Zentrum Chateauneuf-Conthey VS.
Die Schweiz hat etwas an Anziehungskraft verloren: Asylsuchende in einem Zentrum Chateauneuf-Conthey VS.
Keystone

2010 sank die Zahl der hängigen Gesuche um rund 27 Prozent auf 9025. Gestiegen ist dagegen die Zahl der erstinstanzlich erledigten Gesuche - um gut 19 Prozent auf 20'690. Die Hoffnung auf Asyl in der Schweiz erfüllte sich aber für weniger als ein Fünftel der Gesuchsteller.

Schon 2009 war die Zahl der Asylgesuche rückläufig. Insgesamt liegt 2010 aber in der Bandbreite der Jahre seit 2003: Seither schwankt die Zahl der Asylgesuche zwischen 11'000 und 21'000.

Dublin-Abkommen bewährt sich

Die Asylgewährungs-Quote lag 2010 bei 17,7 Prozent; 2009 waren es 16,3 Prozent gewesen. 3449 Personen erhielten vergangenes Jahr Asyl. In 9466 Fällen entschieden die Behörden auf Nichteintreten. 6541 Gesuche lehnten die Behörden ab. Die restlichen wurden als gegenstandslos abgeschrieben.

Asylgesuche von 5095 Personen kann die Schweiz 2010 auf Grund des Dublin-Abkommens an die jeweils zuständigen Staaten weiterleiten; 2722 der Betroffenen sind bereits ausgereist. Die Schweiz selbst hat 2010 797 Flüchtlinge aus «Dublin»-Staaten übernommen.

Das Bundesamt für Migration (BFM) spricht in seinem im Internet veröffentlichten Kommentar zur Statistik von einem positiven Effekt des Dublin-Abkommens. Die Zusammenarbeit funktioniere gut, und die Schweiz habe weit mehr Personen in andere Staaten überstellen können als sie habe übernehmen müssen. Das Dublin-Abkommen sieht vor, dass Menschen, deren Gesuch in einem Dublin-Staat abgelehnt worden ist, nicht in einem zweiten Land erneut um Asyl bitten können.

Nigeria als wichtigstes Herkunftsland

Wichtigstes Herkunftsland der Asylsuchenden war 2010 wie im Vorjahr Nigeria. 1969 Gesuche wurden von Bürgern dieses Landes in Westafrika eingereicht, 183 (10,2 Prozent) mehr als 2009.

Weil die Schweiz weniger stark von der Wirtschaftskrise betroffen war als andere von Nigerianern angesteuerte Länder, wanderten Nigerianer innerhalb von Europa weiter. Die Aufnahmequote für sie ist verschwindend gering: Von 2243 behandelten Gesuchen wurden 2010 lediglich zwei bewilligt; eine Person wurde vorläufig aufgenommen.

Auf der Liste der wichtigsten Herkunftsländer liegen hinter Nigeria Eritrea (1799 Gesuche, Zunahme um 4,4 Prozent) und Sri Lanka (939 Gesuche, Rückgang um 33,6 Prozent). Eine starke Zunahme von Gesuchen registrierte das BFM aus Serbien (910 Gesuche, plus 58,3 Prozent) und Mazedonien (417, plus 572,6 Prozent).

Bürger von Serbien, Mazedonien und Montenegro können seit Dezember 2009 ohne Visum in den Schengen-Raum reisen, zu dem die Schweiz gehört. Tausende - darunter viele Roma - reisen deshalb laut BFM in «Schengen»-Staaten, um um Asyl zu bitten. Die Schweiz sei weniger stark betroffen als andere europäische Länder.

SDA/pbe

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