Zweite Offertrunde für Kampfjets gestartet

Der Bund lädt die Kampfflugzeug-Hersteller ein, bis im August ihr zweites Angebot zu unterbreiten.

Der F/A-18 Super Hornet von Boeing ist noch im Rennen: Test in Payerne im April 2019. Bild: Valentin Flauraud (Keystone)

Der F/A-18 Super Hornet von Boeing ist noch im Rennen: Test in Payerne im April 2019. Bild: Valentin Flauraud (Keystone)

Am Freitag übergab Armasuisse die zweite Offertanfrage an die Regierungsstellen der Herstellerfirmen, wie das Verteidigungsdepartement (VBS) mitteilte - sowohl die Anfrage für die Kampfflugzeuge als auch jene für ein neues System der bodengestützten Luftverteidigung. Im Rennen bleiben die bisherigen vier Anbieter.

Die zweite Offertanfrage basiert auf der Analyse der ersten Offerte. Bei den Flugzeugen handelt sich dabei um Erkenntnisse aus Flug-, Simulator- und Bodenerprobungen sowie Audits bei den Betreibern. Die Hersteller werden aufgefordert, die für die Schweiz vorteilhafteste Offerte zu unterbreiten.

36 bis 40 Flugzeuge

Inzwischen hat der Bund die Stückzahl eingegrenzt: Er will den Preis für 36 und 40 Flugzeuge wissen - als Ausgangspunkt für die Detailverhandlungen mit dem gewählten Kandidaten nach dem Typenentscheid, wie das VBS schreibt. Bei der ersten Offertanfrage verlangte der Bund den Preis für 30 und 40 Flugzeuge als Ausgangspunkt für die Festlegung der erforderlichen Stückzahl.

Weiter fordert Armasuisse für die zweite Offerte Angebote und nicht bloss Vorschläge zur Kooperation zwischen den Streitkräften und den Beschaffungsbehörden der Schweiz und jenen des Lieferlandes. Auch zu den angestrebten Offset-Geschäften soll die zweite Offerte nähere Angaben enthalten.

Vier Anbieter im Rennen

Alle vier Anbieter, die an der ersten Offertrunde teilnahmen, sind noch im Rennen. Im vergangenen Sommer hatten sie sich mit ihren Maschinen der Erprobung im Schweizer Luftraum gestellt.

Es handelt sich um das Tarnkappenflugzeug F-35 von Lockheed Martin, den F/A-18 Super Hornet von Boeing, den Rafale des französischen Herstellers Dassault und das Airbus-Flugzeug Eurofighter aus Deutschland. Der Gripen schied aus, nachdem der schwedische Hersteller Saab angekündigt hatte, nicht an den Flugtests teilzunehmen.

Zwei Anbieter für Bodluv

Für die bodengestützte Luftverteidigung (Bodluv) bleiben die beiden Hersteller der ersten Offertrunde im Rennen. Eingegangen waren Angebote für das Raketensystem Patriot des US-Herstellers Raytheon und die mit Aster-Raketen bestückte SAMP/T-Plattform von Eurosam aus Frankreich.

Keine Offerte erhielt der Bund für das Abwehrsystem David's Sling aus Israel, wie er bereits früher bekannt gegeben hatte. Die zweiten Offerten sollen den Preis für Systeme zur Abdeckung von mindestens 15'000 Quadratmetern inklusive definierter Logistik und Bewaffnung enthalten.

Anforderungen angepasst

Das VBS hat das Dokument mit den Anforderungen für beide Beschaffungsvorhaben von Frühjahr 2018 angepasst. Die Anpassungen beträfen vor allem die Offset-Verpflichtung und die Aufteilung des Finanzvolumens, heisst es in der Mitteilung. Bei Bodluv soll neu auch die Fähigkeit zur Abwehr ballistischer Lenkwaffen abgeklärt werden.

Erst nach der Referendumsabstimmung zum Kauf der Kampfflugzeuge sollen Gesamtnutzen und -kosten gegenübergestellt werden - sofern das Stimmvolk den Kauf für sechs Milliarden Franken gutheisst. Die Resultate fliessen zusammen mit einer Risikoanalyse in einen Evaluationsbericht.

Auf Basis dieses Berichts wird Verteidigungsministerin Viola Amherd dem Bundesrat einen Vorschlag vorlegen. Spätestens Anfang 2021 will der Bundesrat entscheiden, welches Kampfflugzeug gekauft werden soll. Über die Bodluv-Beschaffung wird nicht abgestimmt.

sep/sda

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