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Streit um Pflanzenschutzmittel

Bauern sollen weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen. Das will der Bundesrat. Doch Landwirtschaft, Umweltorganisationen und Industrie sind mit dem Plan nicht zufrieden.

Der Einsatz von Pestiziden soll sich künftig weniger auszahlen.
Der Einsatz von Pestiziden soll sich künftig weniger auszahlen.
zvg

Die Risiken von Herbiziden und Fungiziden sollen halbiert und Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz gefördert werden. Das steht in einem Aktionsplan, den der Bundesrat gestern verabschiedet hat. Konkret soll in den nächsten zehn Jahren die ­Anwendung von Pflanzenschutzmitteln mit besonderem Risikopotenzial um 30 Prozent reduziert werden. Die Emissionen sollen um 25 Prozent sinken.

Insbesondere sollen weniger Pestizide in Gewässer und Böden gelangen. Hierzu werden rund 50 bereits bestehende Massnahmen ausgebaut und neue eingeführt. Dazu zählen die Förderung alternativer Pflanzenschutzmethoden wie die mechanische Unkrautbekämpfung. Mit den neuen Vorschriften soll nun etwa die Auswaschung von Pflanzenschutzmitteln in die Gewässer ­reduziert werden.

Keine Lenkungsabgabe

Nicht mehr im Aktionsplan enthalten ist die zunächst vorgeschlagene Lenkungsabgabe für Pflanzenschutzmittel. Auch keine direkte Erwähnung findet der umstrittene, aber in der Schweiz zugelassene Unkrautvernichter Glyphosat. Allerdings sollen Bauern Direktzahlungen erhalten, die einen herbizidarmen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verfolgen.

Ein «Ungenügend» erteilt der Verein «Sauberes Wasser für alle» dem Aktionsplan. Er sammelt Unterschriften für die Trinkwasserinitiative. Diese fordert, dass der Staat nur Bauernbetriebe unterstützt, die ohne Pestizide produzieren. Auch Pro Natura, Greenpeace, SVS Birdlife Schweiz und WWF sind unzufrieden. Denn der Plan enthalte auch kein Verbot der giftigsten Mittel.

Der Bauernverband begrüsst den Aktionsplan zwar, bedauert aber, dass neben der Landwirtschaft keine anderen Anwender – etwa die Bahn, private Garten­besitzer oder das Baugewerbe ­– in die Verantwortung genommen werden. Die Agrarindustrie sieht ebenfalls «zahlreiche Mängel». So werde der Nutzen des Pflanzenschutzes nicht genügend berücksichtigt.

SDA

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