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Leserreaktionen«Sie heisst nicht ‹Burka-Initiative› und ist nicht gegen die Burka gerichtet»

Leserinnen und Leser äussern sich zu aktuellen Themen. Unter anderem zur Initiative «Ja zum Verhüllungsverbot».

Die Verhüllungsinitiative sei nicht gegen die Burka gerichtet, schreibt unser Leser.
Die Verhüllungsinitiative sei nicht gegen die Burka gerichtet, schreibt unser Leser.
Raphael Moser

Zu «Burka-Initiative: Durch die Mitte geht ein Graben»

In dieser Zeitung lese ich einmal mehr «Burka-Initiative». Diese heisst aber nicht so und ist auch nicht nur gegen die Burka gerichtet. Im Kanton Bern zum Beispiel gilt bei Kundgebungen und Sportanlässen ganz klar ein Vermummungsverbot. Wurde es jemals durchgesetzt? Nein, die Polizei verzichtet aus Deeskalationsgründen grundsätzlich darauf. Ich hoffe, wenn dies gesamtschweizerisch eingeführt wird, kann sich auch die Polizei respektive können sich die Polizeichefs nicht mehrdavor drücken. Franz Schüpbach, Liebefeld

Zur Schliessung von Schulen in Fraubrunnen

Einmal mehr werden aus vermeintlichen Kostengründen Schulschliessungen empfohlen. Damit werden die Dörfer ausgedünnt. Aus Erfahrungen in Oberländer Gemeinden kann festgestellt werden, dass bei einer Zentralisierung der Schulen und der Schliessung der Aussenschulstandorte die Nachteile überwiegen. Denn eine Dorfschule hält die Dorfgemeinschaft zusammen, schafft Identität. Auch kleine Kinder können den Schulweg selbst bewältigen, was ihnen Bewegung und wichtige soziale Kontakte bringt. Mit einer Zentralisierung werden Kinder aber leider zur wenig nachhaltigen Mobilität gezwungen. Ausserdem musste auch im Nachhinein festgestellt werden, dass die Neubauten, die Kindertransporte und die Mittagsverpflegung zu Mehrkosten – und nicht zu Einsparungen – führten, und die Lebensqualität der Familien und insbesondere der kleinen Kinder unter solchen Strukturänderungen litten. Sabina Geissbühler-Strupler, Herrenschwanden

Zu «Stadtberner Gemeinderat nimmt sich der Überwindung des Kapitalismus an»

Ein Philosophie-Dozent aus dem linken Umfeld beauftragt den Gemeinderat von Bern, sich der Überwindung des Kapitalismus zu widmen. Und er findet diese Idee auch noch lustig. Als ob Regierungen sich in diesen schwierigen Zeiten gerne vor allem lustigen Eingaben widmen wollten. Er will den Gemeinderat hierbei zum Nachdenken anregen. Bloss dass auch nach langem Nachdenken noch keinem Land diese Überwindung des Kapitalismus nur ansatzmässig gelungen ist. Man erinnere sich des kommunistischen Desasters in Ländern wie der DDR, Russland, China, Kuba oder Venezuela. Überall wird zwar wunschgemäss das Volksvermögen umverteilt, aber eben bloss von einer Elite zur anderen Elite. Und aussen vor bleibt der kleine Bürger, welcher sich eine hart arbeitende Regierung wünscht, und keine, welche sich lustigen und lächerlichen Eingaben widmen muss. Gerhard Huber, Herrenschwanden

Zu «Klimaschaden füllt Lonza die Kasse»

Wie dem «Magazin» und dieser Zeitung zu entnehmen ist, lässt die Lonza in Visp seit Jahrzehnten bis zu 1800 Tonnen Lachgas pro Jahr in die Atmosphäre entweichen, ein Gas, das extrem schädlich für die Umwelt ist. Dies wurde 2017 entdeckt. Damals wurde festgestellt, dass Lachgas im Gesetz nicht erwähnt wird und diese Lücke geschlossen werden müsse. Passiert ist nichts. Trotz Versprechen der Lonza wird der notwendige Filter erst Ende 2021 eingebaut. Das Bundesamt für Umwelt erliess der Lonza 2018 und 2019 die Emissionszertifikate und übergibt der Firma als «Dank» für den Filtereinbau Zertifikate im Wert von 35 Millionen Franken. Netto macht also die Lonza mit ihrer Umweltverschmutzung einen satten Gewinn. Dieses Vorgehen ist nicht nachvollziehbar. Wenn bei einem Bauern Gülle in einen Bach gelangt, muss er eine saftige Busse bezahlen und für den Schaden aufkommen. Um glaubwürdig zu sein, ist die Politik nun gefordert, das Problem anzugehen und mit der Lonza eine vertretbare Lösung zu suchen. Otto Luginbühl, Oberthal

Zu «Die ORS soll Rückkehrzentren abgeben»

Die Oberen der ORS-Beteiligungsgesellschaften mit Sitz in London werden es sich gut gehen lassen, mit Geld das eigentlich den Ärmsten zugedacht ist. Es ist unerträglich, dass unser Regierungsrat einer solchen gewinnorientierten Organisation Aufträge erteilt. Als ehemaliger Aarwanger Handwerker habe ich mitbekommen, wie korrekt die vorherige Heilsarmee Flüchtlingshilfe mit den Asylanten umgegangen ist. Im Submissionsreglement wird dies halt nicht in Franken festgehalten. Hans Sägesser, Aarwangen