Zum Hauptinhalt springen

Leiden unter Corona-KriseSitem-Insel braucht neues Geld

Der Berner Regierungsrat beantragt einen Zusatzkredit für das nationale Kompetenzzentrum für translationale Medizin und Unternehmertum Sitem-Insel. Insgesamt geht es um zwei Millionen Franken.

Im Aufbau: Das Kompetenzzentrum Sitem-Insel.
Im Aufbau: Das Kompetenzzentrum Sitem-Insel.
Franziska Rothenbuehler

Das im vergangenen August eingeweihte nationale Kompetenzzentrum für translationale Medizin und Unternehmertum Sitem-Insel leidet unter der Corona-Krise. Nun beantragt der Regierungsrat dem Grossen Rat einen Zusatzkredit zur Erhöhung der Betriebsbeiträge 2020.

Es geht um 800'000 Franken, wie Regierungssprecher Christian Kräuchi auf Anfrage zu einer Mitteilung des Regierungsrats sagte.

Weitere maximal 1,2 Millionen Franken will die Berner Regierung der Sitem-Insel AG aus den nicht ausgeschöpften Betriebsbeiträgen der Periode 2017 bis 2020 zukommen lassen. Nicht ausschöpfen konnte der Kanton Bern seinen Beitrag, weil er aus vertragstechnischen Gründen nur so viel zahlen durfte wie der Bund und dieser seinen Beitrag kürzte.»

Das sagt André Nietlisbach, Generalsekretär der kantonalen Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion, auf Anfrage. Es geht also um insgesamt zwei Millionen Franken.

Dieses Geld braucht Sitem-Insel, weil die Corona-Krise Nietlisbach zufolge Sitem-Insel im dümmsten Moment traf: beim Aufbau. Wie ein Startup-Unternehmen verfüge die neue Institution derzeit über keine Reserven. Sitem-Insel habe finanzielle Probleme wegen abgesagter Anlässe und wegen coronabedingter Einschränkung in der Schulungstätigkeit.

In fünf Geschäftsbereichen ist die Sitem-Insel AG tätig: Sie betreibt eine Schule für die Ausbildung von Spezialisten für Translation und Unternehmertum in der Medizin. Mit Translation ist der Übergang von der theoretischen Forschung in die Praxis gemeint.

Die Sitem-Insel AG fördert zudem Produkte aus industrieller Entwicklung und Forschung, die nahe bei der Anwendung am Patienten sind. Weitere leistet sie Dienstleistungen in administrativ-regulatorischen Prozessen.

Der vierte Geschäftsbereich ist das Gebäudemanagement am neuen Standort und der fünfte ist Vernetzung und Kommunikation. Das Gebäude der Sitem-Insel AG befindet sich auf dem Berner Insel-Areal.

In seiner Mitteilung schreibt der Regierungsrat, der Kredit werde es dem Zentrum ermöglichen, rasch auf die Coronakrise zu reagieren und den bisherigen, dynamischen Aufbau weiterzuführen. Ziel bleibe, dass die Sitem-Insel AG trotz Corona-Krise wie geplant Anfang 2025 die Eigenwirtschaftlichkeit erreiche.

Erst vor einem Jahr bewilligte der bernische Grosse Rat die Betriebsbeiträge für die Jahre 2021 bis 2024 im Umfang von 5,6 Millionen Franken. Beim Bund wird ein Gesuch um Kofinanzierung eingereicht.

SDA/flo

1 Kommentar
    Kritisch

    So geht Steuergeld an private zu verteilen und zwar in unglaublichen Höhen. Der unglaublich Kostenintensive und überhaupt nicht wirtschaftlich sinnvolle Medizinalstandort-Wettbewerb wird dem Steuerzahler leider noch teuer zu stehen kommen.