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Milliardenschweres Angebot angenommenSIX kann spanische Börse endgültig übernehmen

Der grösste Zukauf der Firmengeschichte: Die Schweizer Börse macht einen riesigen Schritt vorwärts und wird zur Nummer drei Europas.

SIX kauft die spanische Börsen- und Finanzmarktinfrastrukturgruppe Bolsas y Mercados Españoles auf.
SIX kauft die spanische Börsen- und Finanzmarktinfrastrukturgruppe Bolsas y Mercados Españoles auf.
Foto: Angel Navarrete/Getty Images

Die Schweizer Börse SIX übernimmt 93,16 Prozent der Anteile der spanischen Börsen- und Finanzmarktinfrastrukturgruppe Bolsas y Mercados Españoles (BME) und wird damit umsatzmässig zur drittgrössten Börseninfrastrukturbetreiberin Europas.

Insgesamt wurden der SIX 77,9 Millionen Aktien zu einem Preis von 32,98 Euro angedient. Das enstpricht einem Gesamtwert von 2,75 Milliarden Franken, wie die SIX am Donnerstag mitteilte. Für die SIX ist die Transaktion der grösste Zukauf der Firmengeschichte. Die Transaktion wurde bereits im November 2019 angekündigt und das Angebot für die BME im März 2020 von der spanischen Wertpapiermarktkommission bewilligt.

Nach der Abwicklung werde die Schweizer Börsenbetreiberin somit die Kontrolle über die BME übernehmen. Die bisherige Position der BME in Spanien solle nicht nur erhalten, sondern noch gestärkt werden. Aus dem Zusammenschluss von SIX und BME entstehe eine «stärker diversifizierte Gruppe mit einer starken Präsenz in Europa».

Die BME ist nun in Schweizer Hand.
Die BME ist nun in Schweizer Hand.
EPA/Angel Diaz

Weltweit werde die SIX zur Nummer Zehn. Mit einem Kreditrating von «A+» von Standard & Poor's sei sie «sehr gut kapitalisiert» und verfüge über ausreichende Finanzierungsmöglichkeiten, um die Transaktion wie vorgesehen bar zu finanzieren.

Kein Stellenabbau geplant

Der Chef der Börsenbetreiberin SIX, Jos Dijsselhof, rechnet mit Synergien durch den Zusammenschluss. Es würden sicherlich Doppelspurigkeiten abgebaut, sagte er in einer Telefonkonferenz. Dies könne auch zu Veränderungen bei den Stellen führen.

Es sei aber grundsätzlich kein Stellenabbau geplant. «Insgesamt rechne ich damit, dass sich das angestrebte Wachstum eher positiv auf die Beschäftigung auswirken wird», sagte der SIX-Chef.

SDA

1 Kommentar
    Jörg Kramer

    Ein einmalig wichtiger Schritt. Wenn man zurückschaut, war es die Börse Frankfurt, welche mit der Londoner Börse zusammengehen wollte. Jahrelang wurde gerungen und schliesslich kam die Abfuhr aus London. Was dieser Riss für Auswirkungen hatte konnte rund 20 Jahre später mit dem Brexit festgestellt werden. Nun hat die SIX alle Optionen auch näher zur Londoner Börse zu rücken und die Frankfurter links liegen zu lassen. Der Druck wegen der Equivalenz wäre weg.