«So ist es nur ein Katzensprung»

Der BSV Bern Muri muss in Thun gewinnen, um die Saison noch fortsetzen zu können. Spielmacher Jakub Szymanski ist überzeugt, die Wende in der Best-of-5-Serie zu schaffen.

Entschlossen: Jakub Szymanski will nicht, dass die Playoff- Halbfinalserie schon zu Ende geht.

Entschlossen: Jakub Szymanski will nicht, dass die Playoff- Halbfinalserie schon zu Ende geht.

(Bild: Raphael Moser)

Der BSV Bern Muri liegt in der Halbfinalserie gegen Wacker Thun 0:2 zurück und braucht drei Siege in Folge, um in den Final einziehen zu können. Sind Sie enttäuscht, dass sich die Ausgangslage so präsentiert?Jakub Szymanski: Nein, enttäuscht bin ich nicht. Klar wäre es besser, wenn es jetzt 1:1 stehen würde. Wir haben jedoch gewusst, dass wir mindestens einmal in Thun gewinnen müssen, um die Serie für uns zu entscheiden. Wir haben am Mittwoch eine deutlich bessere Leistung gezeigt als im ersten Spiel. Das gibt uns Zuversicht, dass die Saison nicht am Wochenende vorbei ist.

Das Heimspiel am Mittwoch ging aber trotzdem verloren (26:27, die Red.). Was war ausschlaggebend, dass es trotzdem nicht zum Sieg gereicht hat? Wir haben einige unnötige, dumme Fehler gemacht, die letztlich zur Entscheidung gegen uns geführt haben.

Und wenn diese nicht gemacht werden, gewinnt der BSV heute in Thun? Dann bin ich zuversichtlich, dass uns der Sieg gelingt. Die Abwehr stand bereits am Mittwoch sehr gut, die Torhüter können vielleicht ein paar Bälle mehr halten. Aber sie wissen, dass sie sich noch steigern können. Das muss man ihnen nicht sagen.

Bei Ihnen war auch eine Aufwärtstendenz erkennbar. Wie bewerten Sie Ihre Leistungen? Man schaut vielleicht zu sehr auf die Tore, die ich erziele. Die Pässe zu den Mitspielern sind zuvor schon gekommen, in der Defensive war ich mit mir ebenfalls zufrieden. Aber es ist klar, dass die Öffentlichkeit von mir Tore erwartet und ich selbst das von mir auch.

Mit Pedro Spinola fehlt ein wichtiger Mann im Rückraum, seit er sich im ersten Spiel durch ein Foul einen Nasenbeinbruch zuzog. Wie schwer wiegt sein Ausfall? Pedro ist ein Spieler, der über sehr viel Erfahrung verfügt und mit Einzelaktionen einfache Tore erzielen kann. Diese fehlen uns. Michael Kusio hat es am Mittwoch jedoch sehr gut gemacht; er agiert mehr mit Kraft und ­Gewalt. Wir sind auch ohne Spinola in der Lage, Wacker zu bezwingen.

Sie spielten von 2008 bis 2012 bei Wacker Thun. Ist die Halb­finalserie daher etwas Spezielles für Sie? Nein. Speziell ist höchstens, dass die Reise zu den Auswärtsspielen so kurz ist. Von meinem Wohnort Zwieselberg bin ich in zehn Minuten in der Thuner Lachenhalle. Der Coach hat mir die Bewilligung gegeben, dass ich direkt dort hinfahren darf und nicht zur Besammlung in Muri erscheinen muss. So ist es nur ein Katzensprung. Sonst fährt man ja meist eine Stunde oder mehr im Bus an ein Spiel.

Ist es trotzdem eine gute Saison für den BSV, wenn man heute oder in der nächsten Woche an Wacker scheitern sollte? Definitiv. Wir haben in der ersten Saison unter Trainer Aleksandar Stevic grosse Fortschritte gemacht, sind unter die ersten vier vorgestossen und haben im Dezember für den Cupfinal über 2500 Leute in die Wankdorfhalle gelockt. Bei einem Sponsorenanlass am Donnerstag erhielten wir ein sehr positives Feedback, im Clubumfeld ist man mit unseren Leistungen zufrieden. Wir haben mit schönen Spielen das Interesse am Handball in Bern wieder vermehrt geweckt.

Aber noch ist die aktuelle Saison nicht vorbei. Und sie dauert hoffentlich für uns noch ein bisschen. Wacker ist Favorit, das Team spielt schon mehrere Jahre in einer ähnlichen Formation zusammen. Aber es ist ein Gegner, der zu bezwingen ist.

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