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Leserreaktionen«Soll die Schweiz wirklich den Weltpolizisten spielen?»

Leserinnen und Leser äussern sich zu aktuellen Themen. Unter anderem zur Konzernverantwortungsinitiative

Umweltsünder? Der Lonza-Konzern mit Produktionsstandort in Visp steht in der Kritik.
Umweltsünder? Der Lonza-Konzern mit Produktionsstandort in Visp steht in der Kritik.
Foto: Yvain Genevay

Zu «Professorin seziert wichtigstes Argument der Initiativgegner»

Der moralische Bürger will den Grosskonzernen schulmeisterlich sagen, wie sie sich zu verhalten haben. Soll die Schweiz wirklich den Weltpolizisten spielen? Für was haben wir denn die UNO? Ist die UNO vielleicht wirklich nur ein bürokratisches Monster, welches sich bei ihren Mitgliedsländern nicht durchsetzen kann? Aber die kleine Schweiz soll dann mit eigenen Steuermilliarden Staatsanwälte und Bundesbeamte losschicken, um zu ermitteln, ob in der Schweiz ansässige Grosskonzerne im Ausland ein Unrecht begangen haben? Das sind Eingriffe in Rechtssysteme souveräner Staaten. Arroganter gehts nicht mehr. Sollte der Schweizer Rechtsstaat die in der Schweiz ansässigen Grosskonzerne anklagen, werden sie einfach ihren Firmen-Sitz in ein Land verlegen, wo sie mit ihren Steuerzahlungen willkommen sind. Solche Initiativen können sich nur selbsternannte moralische Weltverbesserer ausdenken. Peter Zbinden, Köniz

Kleine und mittlere Schweizer Unternehmen müssen bei uns Menschenrechte und strenge Umweltregelungen längst einhalten. Weltkonzerne mit Schweizer Wurzeln aber nützen Drittweltländer seit Jahren skrupellos aus. Autoritäre Drittwelt-Regierungen lassen sich mit verdeckten Schmiergeldern optimierte Produktionslinien abringen. Dies auf Kosten von Umwelt und einer verarmten Bevölkerung mit miserablen Arbeitsbedingungen. Auf diese Art fliessen erhebliche Gewinne in die Kassen dieser reichen Konzerne. Um diese ethisch äusserst fragliche Praxis weiterhin aufrecht zu erhalten, ist der Konzernlobby keine Koalition zu gering, um die Konzernverantwortungsinitiative abzulehnen. Sogar der Schweizer Bauernverband lässt sich für seine Klientel einspannen und Bundesrätin Karin Keller-Sutter wiegelt mit Falschbehauptungen ab. Mit einem Ja zur Initiative folgt die Schweiz ähnlichen, funktionierenden Regelungen wie in Frankreich, Kanada oder Holland. Walter Holderegger, Spiez

Zu «Die Klimaschande von Visp»

Vor unserer Schweizer-Haustüre, beziehungsweise vor der Zimmertüre des Kantons Wallis, verzögert der Konzern Lonza mit Hilfe der Behörden den Einbau eines Katalysator so, dass massiv das Klima geschädigt wird. Die Fakten sind bekannt, eine Lösung ebenso. Trotzdem wird nicht gehandelt und das Ganze wird unerträglich langsam hinaus gezögert. Es gibt sie einfach diese Konzerne, welche falsch handeln und vertuschen. Wie schwierig mag es da erst für Betroffene im Ausland sein, gegen solche Machenschaften vorzugehen? Christina Leuenberger, Konolfingen


Zu «Invasion der Blattlausjäger»

Wir sind empört über die Anleitung von Christian Linder von Agroscope Schweiz, die Marienkäfer mithilfe des Staubsaugers einzufangen und zusammen mit dem Hausmüll zu entsorgen. Marienkäfer sind Blattlausfresser, also Nützlinge und keine Schädlinge. Im Internet finden sich genügend Anleitungen wie man sie schonend einfängt und in die Freiheit entlässt – bei uns hat es funktioniert. Wir alle wissen: Insekten sind in ihrer Vielfalt und Masse die grösste Gruppe im Tierreich und somit ein ganz essenzieller Bestandteil des Ökosystems. Wir alle wissen aber auch, dass wir uns um den Schutz dieser Arten bemühen müssen, um ein tragisches Aussterben zu verhindern. Dieser Ratschlag widerspricht deshalb jeglicher Ethik. Verena und Fred Heer, Steffisburg

Zu den aktuellen Corona-Massnahmen

Die Massnahmen sind eigentlich richtig, aber sie werden nicht eingehalten. Sie müssen vermehrt kontrolliert und mit hohen Bussen bestraft werden. Mit den Einnahmen kann den Benachteiligten etwas geholfen werden, und es müssen dies die Verursacher bezahlen. Kurt Hofer, Unterseen


Zu Bern: «Der ganze Breitenrain soll zur 20er-Zone werden»

Was soll das eigentlich heissen? Vermutlich nur Temporeduktion, denn meiner Meinung nach sieht es im Breitenrain eher nach einer Slum-Zone aus. Zum Beispiel: Immer mehr Bewohner kümmern sich nicht mehr um die Abfuhrtage und stellen die meist blauen Säcke täglich aufs Trottoir. Oder: All die sogenannte Gratisware zum Mitnehmen, teils Sachen in lausigem Zustand, bei welchen die Bewohner wohl zu faul sind, um sie richtig zu entsorgen? Nun, rot gilt wohl für Unordnung und grün für Nachlässigkeit. Dies meine Einschätzung als langjähriger Breitsch-Bewohner. Silvio Ruhoff, Bern

Zu Bern:«Eltern fordern rasch mehr Schulzimmer»

Der Artikel bringt auf den Punkt, was in den letzten 10 Jahren bei der Schulraumplanung in der Länggasse versäumt wurde. Grössere Sorgen bereitet mir jedoch die Tatsache, dass diese Misere weitere 10 Jahre anhalten wird. Es bedeutet, dass die obligatorische Schulbildung meiner Kinder komplett geprägt sein wird durch das Thema Schulraumprovisorium. Das ist alles andere als wertschätzend gegenüber den betroffenen Kindern und Lehrpersonen. Es ist skandalös, dass die Fehlplanung und Fehleinschätzungen der Entwicklung der Schulkinderzahlen solch weitreichende Folgen hat. Statt dass Stadt und Kanton zusammenspannen, um das Problem langfristig zu lösen, schieben sie sich gegenseitig Zuständigkeiten zu. Die wenigen Schulräumlichkeiten, die bereits bereitgestellt wurden, reichen längst nicht aus. Die Petition für nachhaltige Schulraumplanung in der Länggasse ist wohl der letzte Ausweg, diese noch auf einen positiven Pfad zu bringen. Die zuständigen Behörden sollten endlich ihre Verantwortung wahrnehmen. Thomas Supersaxo, Bern

1 Kommentar
    B. Roethlisberger

    Typisch wie sich wieder gewisse Leute als Moralischer Bauchnabel der Welt sehen wollen. Diese Leute sollten einmal aus ihren geschützten 4 Wänden in die weite Welt hinaus gehen, arbeiten und dann ihre Meinungen bilden. Nur aus der sicheren Schweiz in einem gesicherten Job solche Initiativen ergreifen zeigt einerseits grosse Arroganz und andererseits grosse Naivität. Wie wenn die ganze Welt auf die kleine Schweiz gewartet hätte und sie ernst nehmen würde.