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Favoritin Karin Keller-Sutter bekommt Konkurrenz

Der Schaffhauser Christian Amsler wird sich als Bundesratskandidat für die FDP zur Verfügung stellen.

Seit 2009 Schaffhauser Regierungsrat: Christian Amsler. Bild: Ernst Mueller
Seit 2009 Schaffhauser Regierungsrat: Christian Amsler. Bild: Ernst Mueller

Christian Amsler, Schaffhauser Regierungsrat, will die Katze zwar offiziell noch nicht aus dem Sack lassen. Ob er sich für eine Bundesratskandidatur zur Verfügung stelle, werde er an der kantonalen Parteiversammlung am kommenden Donnerstag bekannt geben. Doch ihm nahe stehende Parteimitglieder wissen: Er will. Er habe sich definitiv entschieden. Mehr noch: Seine Kandidatur ist mit prominenten Parteimitgliedern aus der Ostschweiz abgesprochen. Man hat ihn zu einer Kandidatur ermuntert. Selbst Karin Keller-Sutter habe ihn ausdrücklich aufgefordert, zu kandidieren.

Amsler, der vor seiner Wahl als Regierungsrat Lehrer und Prorektor an der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen war, wird kaum Chancen haben neben der Favoritin Keller-Sutter. Das muss er selber wissen, und das weiss man in der FDP. Doch genau das ist der Plan: Die Freisinnigen können mit Amsler und Keller-Sutter der Bundesversammlung eine echte Auswahl anbieten, ein sogenanntes Zweierticket, ohne die Wahl der Favoritin ernsthaft zu gefährden. Gleichzeitig kann der ausserhalb von Schaffhausen bislang kaum bekannte Amsler seine Bekanntheit fördern. Während für nationale FDP-Grössen eine Kampfkandidatur gegen Keller-Sutter das Risiko einer schmerzlichen Niederlage birgt, ist für Amsler allein eine Kandidatur als Bundesrat ein Erfolg.

Amsler soll Sprengkandidaten verhindern

Am Freitag haben der Zürcher Ständerat Ruedi Noser und sein Bündner Ratskollege Martin Schmid mitgeteilt, dass sie auf eine Bundesratskandidatur verzichten. Noch bedeckt halten sich die weiteren potenziellen Anwärter: Der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki und die Zürcher Nationalrätin Regine Sauter. Bei beiden ist fraglich, ob sie sich eine aussichtslose Kandidatur neben Keller-Sutter antun wollen.

In der FDP hat man sich bereits die verzweifelte Frage gestellt, ob sich überhaupt jemand finden lässt, der bereit ist, neben Keller-Sutter anzutreten. Deshalb ist Amsler ein Glücksfall für die Partei. Denn nur mit einem Einerticket anzutreten, wäre schlecht: Erstens hat die FDP bei Bundesratswahlen anderer Parteien stets ein Zweierticket gefordert. Und zweitens erhöht ein Einerticket das Risiko, dass andere Parteien unverhoffte Sprengkandidaten ins Spiel bringen, welche die Bundesratswahl unberechenbar machen.

Doris Fiala, Präsidentin der FDP Frauen, sieht es anders: Wenn sich neben Keller-Sutter keine zweite Frau als Kandidatin zur Verfügung stelle, sei es an der Zeit, jetzt doch «ernsthaft und unverkrampft über ein Einerticket nachzudenken».

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