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Ferien zu Hause

Für Lounge-Feeling braucht es keine grosse Terrasse – die richtigen Möbel und Accessoires verwandeln auch einen kleinen Balkon in eine Sommeroase.

Outdoor-Living: Topfpflanzen brauchen relativ wenig Pflegeaufwand. Foto: Getty Images
Outdoor-Living: Topfpflanzen brauchen relativ wenig Pflegeaufwand. Foto: Getty Images

Was früher Ferien auf Balkonien war, heisst heute Outdoor-Living. Und kein Balkon ist zu klein, um daraus eine Freiluftlounge zu machen, in der es sich vortrefflich erholen lässt. Und mit einer umsichtigen Bepflanzung kann man erst noch einen Beitrag zur Biodiversität leisten. Wie aber schafft man sich eine Wohlfühloase auf dem Balkon?

Kathrin Stengele von «Fior di terrazza» empfiehlt, mit dem Einrichten ganz unten zu beginnen, beim Fussboden. Der ist vorgegeben und oft nicht besonders hübsch. «Abhilfe schaffen da witterungsbeständige Outdoor-Teppiche, die es in vielen Farben gibt und die im Idealfall aus rezykliertem PET gefertigt sind», sagt sie.

Auch Terrassendielen aus Accoyaholz oder Keramikplatten mit Natursteinfinish in warmen Naturtönen können bereits viel zu einer wohnlichen Atmosphäre beitragen. «Damit aus einem Balkon ein Ort der Geborgenheit wird, braucht es aber auch einen Schutz von oben, eine Art Dach», meint die Balkongestalterin. «Das kann ein schönes Gehölz oder auch ein Sonnenschirm sein.»

Ist der Rahmen einmal geschaffen, geht es ans Möblieren. Aus den Traktanden fallen mittlerweile die wuchtigen Sitzlandschaften aus einem Guss. Die Zeiten der klotzigen Würfel aus Polyethylen-Geflecht, die inzwischen vor jeder Dorfwirtschaft ein wenig mondänes Flair verbreiten sollen, sind vorbei. «Der Trend geht zum individuellen Einrichtungsstil, auch im Aussenbereich», sagt Kathrin Stengele. Bevorzugt werden wieder leichtere Möbel und weichere Linien, vor allem aber schöne Einzelstücke mit Charakter.

Es lohnt sich, in etwas Wertbeständiges zu investieren

Eine Freiluftlounge verlangt zuerst einmal nach bequemen Sesseln oder Sofas, schliesslich soll es auf Balkonien so richtig gemütlich werden. Es lohnt sich denn auch, in etwas Wertbeständiges zu investieren, denn die neuen Balkonmöbel mögen die Anmutung von Naturmaterialien haben, sind aber technisch ausgeklügelt.

Genuines Wohnzimmer-Feeling versprechen etwa die neuen vollgepolsterten Sofas. Dank wetterfesten und UV-resistenten Textilien sowie einem Drainage-System beim Schaumstoff der Polster entfällt auch das lästige Rein- und Raustragen der Kissen. Andere Lieblinge der Saison sind luftige Korbstühle aus Polyrattangeflecht oder Polyesterseilen, auch als Hängesessel, in denen man an lauen Sommerabenden schaukelnd in den Sonnenuntergang dösen kann.

Während es bislang auch im Garten und auf dem Balkon möglichst cool aussehen sollte und daher Schwarz und Grautöne sowie gebürstetes Aluminium den Look bestimmten, geht es nun in Richtung Pastell und Weiss – das erinnert ein wenig an Ferien an der Riviera, wo sich einst zarte Sorbet-Farben mit sommerlicher Leichtigkeit paarten.

Damit die charakteristischen Einzelstücke und vielen Farben aber kein Chaos anrichten, sondern einheitlich wirken, rät Kathrin Stengele zu thematisch zusammenpassenden Stücken. Den Themen sind dabei keine Grenzen gesetzt – warum nicht Ferien wie im Italien der Fünfzigerjahre mit luftigem Rattan, gelben, rosa und lindengrünen Kissen? Oder lieber Toskana mit grossen Terrakottatöpfen, rostigem Schmiedeisen und erdigen Farben? Weisse Holzmöbel und türkis-farbene Polster für ein mediterranes Griechenland-Gefühl?

Die Expertin rät zu zwei bis drei schönen grossen Töpfen mit wenig Pflegeaufwand.

Accessoires wie Solarlampen, bunte Pflanzkübel, Windlichter oder Laternen, Tischchen und Schemel tragen ebenfalls dazu bei, die richtige Stimmung zu erzielen. Wichtig sind natürlich auch die passenden Pflanzen.

Gerade bei der Bepflanzung sieht Kathrin Stengele allerdings auch das grösste Frustrationspotenzial. Sie rät zu zwei bis drei schönen grossen Töpfen mit wenig Pflegeaufwand – und zählt ansonsten auf neue Bewässerungssysteme, die sogar per App steuerbar sind. «Generell sollten sich statische, immergrüne Pflanzen für den Sicht- und Windschutz mit Blütenpflanzen abwechseln, die mit ihrem Wachstum das dynamische Element bilden», empfiehlt sie.

Dass der eigene Balkon auch eine ökologische Nische sein kann, ist vielen Stadtbewohnern dank Urban Gardening bewusst. Manchmal braucht es dazu gar nicht viel. Stengele: «Mit locker in die Töpfe gestreuten Samenmischungen einheimischer Blütenpflanzen lässt sich die Artenvielfalt auf einfache Weise unterstützen.» Und die Balkonlounge wird so ganz nebenbei zu einem nachhaltigen Ruhe- und Rückzugsort – für alles Leben.

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Dieser Text stammt aus dem Extra Wohnen der aktuellen Ausgabe. Jetzt alle Artikel im E-Paper der SonntagsZeitung lesen: App für iOS – App für Android – Web-App
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