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Narkosen stellen den Kopf auf den Kopf

Australische Forscher konnten nachweisen, dass Narkosemittel die Kommunikation zwischen den Nervenzellen im Gehirn unterbrechen.

Alexandra Bröhm
Anästhesisten beatmen Patienten unter Vollnarkose, weil auch deren Atemreflex unterdrückt wird. Foto: Getty Images
Anästhesisten beatmen Patienten unter Vollnarkose, weil auch deren Atemreflex unterdrückt wird. Foto: Getty Images

Ärzte wenden sie täglich an und trotzdem weiss man noch ­immer nicht genau, was während einer Anästhesie im Gehirn des Patienten geschieht. Australische Forscher haben nun herausgefunden, dass das Narkosemittel Propofol weitreichendere Folgen für das Gehirn hat als bisher vermutet.

Eine Narkose knipst das Bewusstsein aus, ein bisschen wie der Schlaf, nur viel tiefer – so stellen sich viele Menschen die Anästhesie vor. Diese Vorstellung ist nicht falsch, Propofol wirkt tatsächlich auf den Schlaf-Wach-Mechanismus. Aber eben nicht nur: Die ­Wissenschaftler der Universität Queensland haben nachgewiesen, dass es auch die Kommunikation zwischen den Nerven­zellen im Gehirn, den Neuronen, unterbricht. Wenn die Neuronen miteinander sprechen, nützen sie Proteine als Nachrichtenübermittler. Propofol hemmt genau ein solches Protein, genannt Syntaxin 1A, und zwar im gesamten Hirn.

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