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Pflegerin wegen fahrlässiger Tötung in Behindertenheim angeklagt

Ein 30-Jähriger ertrank in der Badewanne. Seiner Betreuerin droht ein Schuldspruch. Gewerkschaften warnen, dass viele Angestellte überlastet sind.

Auf sich allein gestellt: Laut Gewerkschaften ist in vielen Pflegebetrieben das Personal knapp (Symbolbild). Foto: Getty Images
Auf sich allein gestellt: Laut Gewerkschaften ist in vielen Pflegebetrieben das Personal knapp (Symbolbild). Foto: Getty Images

Samstag, 20.10 Uhr. Dann, wenn andere ihr Wochenende geniessen, arbeitet Maya* im Wohnheim, betreut dort Menschen mit Behinderung. Zum Beispiel Beat*, der gerne ein Bad nehmen will. Die Betreuerin willigt ein. Sie platziert einen Stuhl so, dass sie die Wanne immer im Blick haben kann.

Trotzdem gerät der 30-Jährige unter Wasser. «Was von der Beschuldigten indes nicht beziehungsweise viel zu spät wahrgenommen wurde, obschon sie es aufgrund ihrer Sitzposition und der Verpflichtung, immer Sichtkontakt aufrechtzuerhalten, sofort hätte bemerken müssen.» So steht es in der Anklageschrift. Diese hält auch fest, wie Maya Reanimationsversuche unternahm, die Sanität und den Notarzt alarmierte. Dennoch sei der Geschädigte noch im Wohnheim verstorben.

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