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So gefährlich sind unsere Bahnhöfe

Viele Perrons sind laut dem Bund nicht mehr sicher, und nur wenige Bahnhöfe werden mit Kameras überwacht – die Sanierungen kosten Milliarden.

Eine Studie des Bundes sieht wegen wachsender Passagierzahlen Gefahren: Gedränge am Zürcher Hauptbahnhof. (Foto: Reto Oeschger)
Eine Studie des Bundes sieht wegen wachsender Passagierzahlen Gefahren: Gedränge am Zürcher Hauptbahnhof. (Foto: Reto Oeschger)

Habte A. will flüchten. Sicherheitskameras zeichnen auf, wie er das Perron entlangrennt. Kurz zuvor soll der 40-Jährige ein Kind und zwei Frauen vor den einfahrenden Zug gestossen haben. Eine unfassbare Tat. Die Videoauf­nahmen vom Frankfurter Bahnhof könnten helfen, sie aufzuklären.

Einen Tag nach der Tat kündigte der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) einen Ausbau der Überwachung im öffentlichen Raum an. Dies sei «für die Realisierung tatsächlicher Sicherheit unverzichtbar». Ähnlich klingt es jetzt in der Schweiz. «Kameras in Zügen und an Bahnhöfen, die als Hotspots bekannt sind, erhöhen das Sicherheitsgefühl und werden auch aus polizeilicher Sicht zur Verhinderung und Aufklärung von Straftaten positiv gewertet», sagt Urs Hofmann (SP), Präsident der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD). Nur sind die meisten Perrons hierzulande nicht überwacht. 745 Bahnhöfe und Haltestellen betreiben die SBB. 54 davon sind mit Videoanlagen ausgestattet, wie aus öffent­lichen Daten über das Mobiliar der Bundesbahnen hervorgeht. «Die Situation wird mit den örtlichen Polizeien laufend überprüft», sagt Mediensprecher Daniele Pallecchi. «Dort, wo eine Kamera wesentliche Beiträge zur Verbesserung der Sicherheitslage liefern kann, wird eine angebracht.» Man halte sich dabei immer an die gesetzlichen Regelungen.

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