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Winterthurs Untergang

Will der Staat wirtschaftliches Wachstum begünstigen, muss er sich zurückhalten. Das Beispiel Winterthur beweist das.

MeinungMarkus Somm
Der finnische Schiffsmotorenhersteller zieht es von Winterthur nach Frauenfeld. Foto: Marc Dahinden
Der finnische Schiffsmotorenhersteller zieht es von Winterthur nach Frauenfeld. Foto: Marc Dahinden

Diese Woche wurde bekannt, dass zwei Industriefirmen ihren Sitz in Winterthur aufgeben, um in andere Kantone zu ziehen. Während Zimmer Biomet, ein amerikanisches Unternehmen der Medizinaltechnik, sich in Zug niederlässt, verschiebt Wärtsilä, ein finnischer Schiffsmotorenhersteller, seine Administration nach Frauenfeld im Thurgau, einem Kanton, der früher vor allem für Apfelmost berühmt war, sicher nicht für Industrie. Wenige Wochen zuvor hatte Rieter, ein Maschinenbauer, angekündigt, seine Produktion in Winterthur-Töss einzustellen, ausgerechnet an jenem Ort, wo die Firma 1833 ihre erste Fabrik errichtet hatte, nachdem sie schon 1795 gegründet worden war. Es handelt sich um eines der ältesten Unternehmen der Schweiz. Von genauso historischer Tragweite ist der Abzug von Wärtsilä und Zimmer Biomet: Beide Gesellschaften hatten vor Jahren Reste des Sulzer-Konzerns aufgekauft, und die Abteilungen, die nun verlegt werden, galten einst als Geldmaschinen von Sulzer, einer Firma, die heute nur mehr ein Schatten ihrer selbst ist. Zu deren besten Zeiten arbeiteten rund 14'000 Menschen bei Sulzer in Winterthur, heute dürften es noch ein paar Dutzend Manager, Forscherinnen, Abwarte und Sekretärinnen sein. Produziert wird anderswo.

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