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Alberto Contador plant auf Frankreichs Strassen den vierten Streich

Für die heute in der Vendée am Atlantik beginnende 98. Tour de France ist Alberto Contador der haushohe Favorit, der seinen vierten Triumph anpeilt.

Dieser Alberto Contador ist zu schlagen! Zumindest von seinen spanischen Berufskollegen. Bei der spanischen Meisterschaft im Zeitfahren musste der Madrilene Luis Leon Sanchez und Jonathan Castroviejo den Vortritt lassen, und im Strassenrennen wurde Contador von José Joaquin Rojas im Spurt geschlagen. Es handelte sich um die ersten beiden Rennen, die der dreifache Sieger der Tour de France nach seinem Triumph im Giro d'Italia bestritt. Ihm habe der Rennrhythmus gefehlt, bekannte Contador nach der Prüfung gegen die Uhr. Die Beine seien besser gewesen, aber er habe seinen Körper nicht übermässig beanspruchen wollen, bekannte der Madrilene nach dem Strassenrennen. Nach diesen beiden Einsätzen wolle er bis zum Start der Tour de France das Gleiche machen wie nach dem Giro: "Ich will mich ausruhen und erholen."

Es sind solche Aussagen Contadors, die Freund und Feind aufhorchen lassen. Im schwersten Giro seit vielen Jahren hatte der Radprofi aus Pinto bei Madrid durchblicken lassen, er habe nie richtig an seine Grenze gehen müssen. Die Gegner hingegen erreichten Mailand nach der dreiwöchigen Strapaze auf dem Zahnfleisch. Falls Contador in der Tour de France zu einer vergleichbaren Form findet wie im Mai, steht jetzt schon fest, dass die Konkurrenz lediglich um den 2. Platz fährt. Ausser wenn sich Contador selbst schlägt, indem der Internationale Sportgerichtshof CAS in Lausanne im pendenten Dopingverfahren im September den Spanier als schuldig befindet und ihm alle Ergebnisse dieser Saison gestrichen werden.

"Unsere Mannschaft ist noch einen Tick besser als letztes Jahr. Ich denke, dass ich Contador schlagen kann." Die Ansage des zweifachen Tour-Zweiten Andy Schleck tönt überzeugend. Den Beweis dafür, dass er den Worten auch Taten folgen lassen kann, muss der Luxemburger aber erst noch erbringen. In der Tour de Suisse überzeugte er keineswegs, was möglicherweise auf die grossen Trainingsumfänge der vorangegangenen Tage zurückzuführen war. Sowohl Andy wie sein älterer Bruder Fränk sind dem Spanier im Zeitfahren unterlegen. Da gereicht es ihnen vielleicht zum Glück, dass lediglich am vorletzten Tag in Grenoble eine Prüfung gegen die Uhr über 42,5 km ausgetragen wird.

Ebenfalls auf zwei 2. Plätze in der Tour de France blickt Cadel Evans, neben Andy Schleck der hoffnungsvollste Herausforderer von Contador, zurück. Der Australier wurde letztes Jahr durch einen Ellbogenbruch gestoppt, als er das Maillot jaune trug. Evans hat seine Saisonplanung darauf ausgerichtet, im Juli seine Hochform zu erreichen. Der Captain des BMC Racing Teams beendete zuletzt den Dauphiné Libéré als Zweiter. Dort hatte er sich in einer eher passiven Rolle gefallen. Als Evans das Wort Offensive einmal gross schrieb, wurde er 2009 in Mendrisio Strassenweltmeister.

Auf einen Platz auf dem Podium spekulieren auch Bradley Wiggins (überraschender Vierter 2009), Sieger des Dauphiné Libéré, Ivan Basso, der Zweite von 2005, Robert Gesink (Ho), der letztjährige Sechste, Jurgen van den Broeck (Be), letztes Jahr die grosse Entdeckung, und Olympiasieger Samuel Sanchez, vor zwölf Monaten auf Platz 4. Gleich mit vier Leadern will das Team RadioShack die Festung Contador knacken - mit dem Tour-de-Suisse-Sieger Levi Leipheimer (USA) sowie mit Andreas Klöden (De), Chris Horner (USA) und Janez Brajkovic (Sln).

25 Jahre nach dem 3. Schlussrang durch Urs Zimmermann ist das Grüpplein der Schweizer Radprofis nur noch mit einem Quartett vertreten. Steve Morabito und Michael Schär wurden als Helfer für Cadel Evans aufgeboten, David Loosli vom italienischen Lampre-Team. Fabian Cancellara steht den Gebrüdern Schleck zur Seite. Weil es kein Auftakt-Zeitfahren gibt, sind die Aussichten des Berners auf das Maillot jaune nicht so gross wie in früheren Jahren. Neben dem Mannschaftszeitfahren am zweiten Tag können sich die Sprinter bestenfalls in der 3. Etappe auszeichnen. Sowohl das erste wie auch das vierte Teilstück enden mit einem Berg-Sprint, was Fahrer vom Typ eines Tyler Farrar oder Thur Hushvod bevorteilt.

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