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Das unverwüstliche Wacker

Die Thuner sind mal wieder dabei, eine Serie zu gewinnen, in der sie in Rückstand lagen. Schlägt Wacker heute Suhr zu Hause, steht der Titelverteidiger im Halbfinal – allen Widrigkeiten zum Trotz.

Am Boden gelegen, zum Höhenflug angesetzt: Wacker Thun und Nicolas Raemy.
Am Boden gelegen, zum Höhenflug angesetzt: Wacker Thun und Nicolas Raemy.
Christian Pfander

Es ist einigermassen bemerkenswert, was die Leute aus der Lachenhalle gerade mal wieder vollbringen. Lukas von Deschwanden, Lenny Rubin, Roman Caspar und Viktor Glatthard verloren die Thuner im Sommer – ihren besten Mann, ihr grösstes Talent, ihren Captain und ihren Antreiber. Zuzug Ron Delhees riss sich nach wenigen Wochen und vielversprechendem Beginn das Kreuzband. Phillip Holm, Wackers einziger Ausländer, geht während des Playoffs nach einer OP an Krücken. Kein einziges Heimspiel gewannen die Berner Oberländer in der Finalrunde. Und nun haben sie sich mit Suhr zu messen, dem Überraschungsclub der Saison, der sechs Ausländer beschäftigt.

Doch Martin Rubins Ensemble – es führt in der Serie gegen die Aarauer 2:1 und zieht am Dienstag in die Vorschlussrunde ein, wenn es zu Hause siegt. Es wäre das siebte Mal innert acht Jahren, dass die Thuner um die Teilnahme an der Ausmarchung kämpfen.

Wacker trotzt offenbar mal wieder allen Widrigkeiten. Pech hatten die Oberländer, als sie im Herbst und später im Frühjahr immer wieder und oft gewichtige Ausfälle verzeichneten. Kein Glück hatten sie, als sie in der Champions League zuweilen stark auftraten und in vier ihrer zehn Partien mit einem Tor Unterschied unterlagen.

So manch heftige Niederlage hatten sie zu verkraften: das 20:33 zu Hause gegen Winterthur, das 19:33 in St. Gallen oder das 24:29 daheim gegen Suhr, das eine Serie von Pleiten einläutete. Immer wieder sah sich der Meister mit Rückschlägen konfrontiert, etwa im Cup, als der Triumphator in Viertel- wie Halbfinal sowie im Endspiel jeweils mit mindestens drei Treffern Differenz im Hintertreffen lag, nachdem er im Achtelfinal in der Schlusssekunde den Ausgleich kassiert hatte, in die Verlängerung musste.

Das Break geschafft

Die Berner liefern, wenn sie gefordert sind: Das hat Tradition. Und das tun sie auch in diesen Tagen. Keinen einzigen Treffer kassierten sie am Ostersonntag beim 31:24-Sieg in Aarau in den ersten sechs Minuten. Zur Pause führten sie 16:11. Und sie legten wieder zu, als die Hausherren dabei waren, aufzuholen. Regisseur Ivan Wyttenbach spielt eine starke Serie, Rechtsaufbauer Nicolas Raemy ist aktuell der wohl beste Akteur in der Liga, Routinier Jonas Dähler setzte nach einem schwachen Auftaktmatch zum Steigerungslauf an und brillierte in Partie 3 mit sechs Toren aus sechs Versuchen. Und Leader Nicolas Suter langt in der Deckung mit beeindruckender Intensität zu, hält dabei gegen seinen Ex-Verein die Balance zwischen Härte und Cleverness.

Und so sind die Thuner dabei, abermals eine Serie zu gewinnen, in der sie in Rückstand lagen – wie im Final letzte Saison, wie im Final 2013, wie in den Halbfinals 2012 und 2016. Nicht umsonst pflegen die Leute von Wacker zu sagen, sie seien dann besonders gefährlich, wenn sie unter Zugzwang stünden.

Suhr - Wacker 24:31 (11:16)

Schachen. – 1037 Zuschauer. – Wacker: Winkler/Wick; Linder (2), Felder (1), Raemy (7), Dähler (6), Suter (1), Lanz, Wyttenbach (5/1), Friedli (2), Simon Huwyler (1), Guignet (2), Manse (1), Stefan Huwyler, Krainer (2), Sorgen (1). – Ohne Holm und Delhees (verletzt).

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