Die Ballermänner von Wacker Thun siegen

Wacker Thun schlägt St. Otmar St. Gallen vor eindrücklicher Kulisse 29:24 und beweist dabei, über die stärkste Offensive der Liga zu verfügen.

«Im Schuss»: Lenny Rubin (links) war erneut einer der stärksten Thuner.

«Im Schuss»: Lenny Rubin (links) war erneut einer der stärksten Thuner.

(Bild: Christian Pfander)

Adrian Horn

Es hat ganz schön gedauert in dieser Saison. Aber sie ist doch noch ausgebrochen: die Thuner Handballeuphorie. 1220 Leute hielten sich am Mittwoch in der Lachenhalle auf – so viele wie seit April dieses Jahres nicht mehr. Sie sahen eine Begegnung, die spannender war, als sie gehofft hatten. Wacker, der Leader, bezwang das achtklassierte St. Otmar St. Gallen 29:24.

Für die Differenz sorgten wie schon am Sonntag in Zürich die Ausnahmekönner Lukas von Deschwanden und Lenny Rubin. 20 Treffer steuerten die Aufbauer im Kräftemessen mit den Ostschweizern bei. Nach ihrer neuerlichen Gala stehen sie in der ligaweiten Torschützenliste auf den Rängen 1 und 2, was bemerkenswert ist, schliesslich haben beide wegen Verletzungen Partien verpasst.

Mit Nicolas Suter, welcher Platz 8 einnimmt, figuriert ein weiterer Vertreter der Berner Oberländer unter den Top 10. Die Thuner, die sich lange primär über Kampf, Disziplin und Leidenschaft definiert haben, stellen auch dank der hohen Klasse ihrer Individualisten die stärkste Offensive aller Klubs.

Der Einfluss des Antreibers

Die einzige personelle Änderung gegenüber dem Match am Sonntag gegen GC Amicitia betraf derweil Defensivspezialisten. Viktor Glatthard übernahm den Part von Stefan Huwyler im Innenblock und als Kreisläufer für die Startminuten. Der Aargauer Nationalspieler hatte am Sonntag in der Partie gegen die Zürcher eine Gehirnerschütterung erlitten (und weitergespielt!).

Glatthard verrichtete seinen Job gewohnt tüchtig, hatte nach einer Viertelstunde aber schon zwei 2-Minuten-Strafen kassiert, was ein Handicap war für den Rest des Abends, war er doch ab frühem Zeitpunkt ein Vergehen davon entfernt, vom Platz gestellt zu werden. Möglicherweise bekundete Wacker bis zur Pause auch deswegen grosse Schwierigkeiten in der Deckung; da gab es eine Phase, als gefühlt jeder St. Galler Wurf ein Treffer war. Die Gäste hatten sich zusehends gesteigert, sie waren vorübergehend die bessere Mannschaft, und als sie zu Beginn des zweiten Umgangs ausglichen, lief der Spitzenreiter Gefahr, erstmals seit fünf Wochen eine Partie zu verlieren.

Antreiber Reto Friedli regis­trierte dies, heizte Mitstreiter wie Zuschauer an und bewirkte damit mehr, als sich vorstellen kann, wer noch nie an einem Heimspiel des Cupsiegers war. Der Kreis­läufer schrie und animierte wie ein Besessener, die Teamkollegen schienen wie ausgewechselt und erarbeiteten sich im Nu einen 4-Tore-Vorsprung.

Den vermochten die Gastgeber erst zu kon­servieren und später auszubauen – natürlich unter Federführung von Rubin und von Deschwanden, welche weiterhin trafen. Im Streben nach dem zweiten Meistertitel sind die verletzungs­anfälligen Ausnahmekönner unersetzlich. Genauso wie Vorkämpfer Friedli.

Thuner Tagblatt

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