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Grosszügig Geschenke verteilt

Nach jeweils zwei Siegen und zwei Unentschieden hat Thun in Lausanne die erste Niederlage unter Trainer Murat Yakin erlitten. Beim 1:3 zeigten die Oberländer die schlechteste Leistung der Saison und verteilten Geschenke.

Der Ärger des Torhüters: Thuns Keeper Sascha Stulz ist nach den Gegentoren enttäuscht und verärgert.
Der Ärger des Torhüters: Thuns Keeper Sascha Stulz ist nach den Gegentoren enttäuscht und verärgert.
Patric Spahni

Das Stadion Pontaise in Lausanne bringt dem FC Thun auch in dieser Saison keinen Erfolg. Wie im letzten Jahr, als die Thuner Lausanne-Sport am zweiten Spieltag 1:3 unterlagen, verloren sie diesmal in Runde 5 beim gleichen Gegner in gleicher Höhe. «Das ist sehr ärgerlich», sagte Thuns Sportchef Andres Gerber, «zu Beginn war zu sehen, dass wir eigentlich die bessere Mannschaft hätten.» Wie am Mittwoch, beim 1:1 gegen Vaduz, war Thun zunächst öfter im Ballbesitz und bemühte sich gegen den defensiv eingestellte Gastgeber um gute Offensivaktionen. Aussenverteidiger Andreas Wittwer verfehlte das Lausanner Tor nach einer sehenswerten Kombination knapp (12. Minute). Stjepan Kukuruzovic zwang Lausannes Torhüter Anthony Favre eine Viertelstunde später mit einem Freistoss zu einer Parade.

Probleme gegen Madou

Dann begann Lausanne-Stürmer Franck Madou, der nach 17 Toren in der letzten Spielzeit für Biel im Sommer an den Lac Léman gewechselt hatte, die Thuner Abwehr vor Probleme zu stellen. Mit einem schnellen Antritt enteilte er in der 27. Minute, schoss aber knapp daneben. Wenig später stolperte der Angreifer mit YB-Vergangenheit im Strafraum dankbar über das gestreckte Bein von Thun-Verteidiger Timm Klose. Es war das zweite Mal nach dem Auftaktspiel gegen Yverdon, dass der junge Basler einen Elfmeter verschuldete. Rodrigo Tosi traf nach etwas mehr als einer halben Stunde zu Lausannes 1:0. «Der Gegner profitierte von unseren Geschenken», sagte Thun-Trainer Murat Yakin und bezog sich dabei auch auf den zweiten Gegentreffer. Trotz energischen Zurufen von Goalie Sascha Stulz liess sich Stefan Glarner in der 58.Minute nach einer Flanke im Strafraum von Antoine Rey düpieren. Der Lausanner hatte sich im Rücken des unaufmerksamen Thuners genähert und den Ball ins Tor abgelenkt. Das Tor brachte Yakins Mannschaft um die gute Ausgangslage, in der sie sich kurz nach Wiederanpfiff dank Schiedsrichter Marco Sperenda befunden hatte. Der Unparteiische hatte nach einem sauberen Tackling von Lausanne Verteidiger Jérôme Sonnerat an Thuns Jocelyn Roux aus unerfindlichen Gründen auf Penalty für die Gäste entschieden und Oscar Scarione nach 48 Minuten den zwischenzeitlichen Ausgleich ermöglicht.

«Hohe Fehlerquote»

Auf den erneuten Rückstand gelang den Gästen keine Reaktion, und Abdul Carrupt erzielte 22 Minuten vor Schluss den dritten Lausanner Treffer. «Uns fehlte die Bereitschaft, die Aktionen konsequent abzuschliessen», sagte Mittelfeldspieler Roland Bättig. Die Fehlerquote sei zu hoch gewesen, das Team habe die schlechteste Saisonleistung abgeliefert. Bättigs Trainer nahm die erste Niederlage unter seiner Leitung mit der ihm eigenen Gelassenheit auf. Vor allem den jungen Spielern habe nach dem intensiven Spiel am Mittwoch die körperliche und mentale Frische gefehlt, sagte Yakin. Sportchef Gerber stand derweil auf dem Rasen der Pontaise und erinnerte sich wohl auch daran, wie er zwischen 1998 und 2000 für Lausanne gespielt hatte und unter anderem den Cup gewann. Wie der Waadtländer Klub hat das Stadion, in dem das Nationalteam einst wichtige Länderspiele austrug, bessere Zeiten gesehen. Über Lautsprecher wurden die Zuschauer am Samstag aufgefordert, am 27. September an der Urne ihre Zustimmung für ein neues Stadionprojekt zu geben. Viele Leute erreichte der Aufruf nicht – (gut gezählte) 1400 Matchbesucher wurden angegeben. Thun wird eine weitere Möglichkeit erhalten, die Bilanz in der Pontaise zu verbessern: in der Rückrunde bei Aufsteiger Le Mont, der seine Heimspiele auch in Lausanne austrägt.

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