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Frankreich schwindelt sich durch die Barrage

Frankreich qualifizierte sich als zweitletztes Team für die WM in Südafrika.

Mit viel Glück und einem irregulären Tor vermied Frankreich das erstmalige Verpassen eines grossen Turniers seit der WM 1994 und Trainer Raymond Domenech (vorerst) sehr ungemütliche Tage. Vor dem 1:1 in der achten Minute der Verlängerung stand Captain Thierry Henry bei der Abgabe des Freistosses im Offside und als er an den Ball gelangte, nahm er diesen eindeutig mit der Hand mit. Die folgende Hereingabe verwertete William Gallas per Kopf. Die berechtigten (wilden) Proteste der Iren, die sich dank Robbie Keanes 41. Länderspiel-Treffer die Overtime redlich verdient hatten, blieben unerwidert.

Die vollmundige Aussage von Patrice Evra, "ohne den Iren zu nahe zu treten zu wollen, verfügt unsere Mannschaft doch über mehr Potenzial", dürfte für Irland wie legales Doping gewirkt haben. Die "Boys in Green" verfügten im Stade de France gewiss nicht über die stärkeren Individualisten, waren aber das ausgeglichenere und wesentlich weniger fehlerhafte Team. Giovanni Trapattonis Mannschaft wartete geduldig auf Konter, die sich ihnen nach haarsträubenden Ballverlusten immer wieder boten.

Frankreich bekundete mit der aufsässigen Art der Iren wie schon im Hinspiel (1:0 dank Nicolas Anelkas Tor) grosse Mühe. Statt dem "Grand soir", wie ihn sich die Sportzeitung "L'Equipe" wünschte, begann das Zittern des Weltmeisters von 1998 schon früh. Goalie Hugo Lloris musste mehrmals in extremis retten, beim 0:1 war der Keeper von Lyon zum einzigen Mal machtlos. Robbie Keane, Irlands Rekordtorschütze, traf in der 32. Minute zum 41. Mal im Nationalteam, als er ein schnelles Durchspiel gegen die Laufrichtung der französischen Abwehr abschloss.

Lloris bewahrte Frankreich gegen den völlig freistehenden John O'Shea (47.) und gegen den solo anstürmenden Damien Duff (61.) vor dem Knockout, von Keane war er einmal bereits ausgespielt, ehe der Goalgetter verzog. Zu mehr Spielanteilen kamen die "Bleus" erst, als Irland in der Verlängerung die Kraft ausging, weil es sich in der Verzweiflung praktisch ausschliesslich der weiten Bälle bediente.

Frankreich - Irland 1:1 (0:1, 0:1) n.V.

Stade de France, St-Denis. - 78 236 Zuschauer. - SR Hansson (Sd). - Tore: 32. Robbie Keane 0:1. 103. Gallas 1:1.

Frankreich: Lloris; Sagna, Gallas, Escudé (9. Squillaci), Evra; Lassana Diarra, Alou Diarra; Anelka, Gourcuff (88. Malouda), Henry; Gignac (57. Govou).

Irland: Given; O'Shea (67. McShane), St Ledger, Dunne, Kilbane; Lawrence (107. McGeady), Whelan (63. Gibson), Andrews, Duff; Doyle, Robbie Keane.

Bemerkungen: Frankreich ohne Abidal, Diaby, Ribéry und Toulalan (alle verletzt), Irland komplett. Verwarnungen: 59. Kilbane. 75. McShane (beide wegen Fouls). 79. Squillaci (Unsportlichkeit). 91. Malouda. 104. Duff. 107. Govou (alle wegen Fouls).

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