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Funkelnde Diamanten in der Leichtathletik

Die Golden League als Aushängeschild der Leichtathletik ist beerdigt, die Diamond League soll es ab heute Freitag in Doha besser machen.

Usain Bolt und Co. kämpfen nicht mehr um den Millionen-Jackpot, sondern um Diamanten. Als der Millionen-Glanz der Golden League nach zwölf Jahren endgültig bröckelte und der von IAAF-Präsident Lamine Diack in Auftrag gegebene Neuentwurf für ein zeitgemässes Produkt ein Chaos erahnen liess, ging Patrick Magyar vor anderthalb Jahren in die Offensive. Als treibende Kraft lancierte der Meeting-Direktor von Weltklasse Zürich die Diamond League.

Diese umfasst 14 Meetings, startet in Doha (Katar) und endet am 27. August in Brüssel. Nebst Europa sind nun auch die USA (New York, Eugene), Asien (Schanghai) und die finanzstarken Emirate (Doha) an Bord. Ausser der Schweiz dürfen nur die USA und Grossbritannien zwei Diamond-League-Anlässe durchführen. Die Events in Lausanne (8. Juli), das bisher ein Super-GP-Meeting war, und Zürich (19. August) finden neu an den TV-freundlicheren Donnerstagen statt.

Die 32 Disziplinen gelangen abwechslungsweise je sieben Mal zur Austragung. Nur jeweils die drei Erstklassierten erhalten für die Gesamtwertung Punkte, und zwar vier, zwei und einen. Preisgelder bekommen die ersten 8, wobei der Tagessieger mit 10 000 Dollar einen Drittel der pro Disziplin ausgeschütteten 30 000 einsteckt. Pro Meeting kommen so 450 000 Dollar zusammen, insgesamt über 6,5 Millionen. Den Saisonhöhepunkt bilden die zwei Finals mit je 16 Disziplinen in Zürich und Brüssel. Um die Spannung zu erhalten, wird an diesen die doppelte Punktzahl vergeben. Der Gesamtsieger, der in Zürich oder Brüssel nicht fehlen darf, erhält einen Diamanten.

Die Diamond League wirkt auch einer Mehrklassengesellschaft unter den Disziplinen entgegen. Da 32 Sparten abgedeckt werden, sinkt für die Top-Athleten die Zahl an hochkarätigen Startmöglichkeiten ausserhalb der Serie. Gleichwohl besteht die Gefahr, dass vereinzelte Veranstalter alles Geld in die Startgage eines Top-Stars stecken und womöglich mit einem Rekord belohnt werden. Bestmarken wie jene von Hürdensprinter Dyron Robles (Kuba) in Ostrava, 400-m-Hürdenläuferin Julia Petschenkina in Tula oder Asafa Powell vor der Aera Bolt in Rieti würden dem Image der Diamond League schaden.

Den zentralen Punkt der neuen Serie bilden die individuellen Athletenverträge mit derzeit 14 "Diamond-League-Ambassadors", darunter mit Usain Bolt (Jam), Tyson Gay (USA) und Asafa Powell (Jam) die drei schnellsten Menschen der Welt. Die Stars können sich weniger aus dem Weg gehen, obschon die Meetings Einladungs-Events bleiben.

Für den Erfolg der Diamond League ist so viel Bolt als möglich überlebenswichtig. Derzeit sind mit Schanghai, New York, Lausanne, Paris, Zürich und Brüssel sechs Starts gesichert. Ausserhalb der Diamond League tritt der Star in diesem Monat aber auch in Daegu (SKor/19. Mai) und Ostrava (Tsch/27.Mai) an.

Die Golden League hatte darunter gelitten, dass ein Grossteil der Weltspitze das Jackpot-Rennen links liegen liess. Beim letztjährigen Golden-League-Auftakt in Berlin waren in den zehn Disziplinen nur drei Olympiasieger am Start. Diesmal treten von den 15 Weltmeistern deren 9 an.

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