Aus ist der Traum für die Grasshoppers

Die Zürcher verloren in Aarau 0:4. Der FC Basel steht vor dem fünften Titel in Folge.

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Ueli Kägi@ukaegi

Es war schon ungemütlich. Jetzt aber, jetzt wurde es für die Grasshoppers zuerst richtig schwierig. Und dann ganz bitter.

Sie waren aus der Pause gekommen, um den 0:1-Rückstand noch zu korrigieren. Bald aber standen sie nur noch mit neun Feldspielern auf dem Rasen des Brügglifelds. Es lief die 55. Minute, als Pavlovic beim Tackling statt den Ball das Bein von Gonzalez traf. Er sah dafür von Schiedsrichter Bieri direkt Rot. Das war nicht falsch, aber doch streng. Und entscheidend. GC-Mittelfeldspieler Abrashi kommentierte: «Nach der roten Karte war es bei uns vorbei.»

Bereits bis dahin hatte GC grösste Mühe gehabt, dem wirbligen und in dieser Saison immer wieder bemerkenswert guten Aufsteiger beizukommen. In Unterzahl waren die Zürcher chancenlos und wurden ausgespielt. Senger erzielte in der 67. Minute das 2:0 für Aarau. Um die Meisterträume von GC zu beenden, hätte es das 3:0 durch Lüscher (76.) nicht mehr gebraucht. Martignonis 4:0 in der Nachspielzeit schon gar nicht – es erinnerte höchstens an das 0:5 von GC gegen Thun vor nicht allzu langer Zeit. Der FCB braucht nun noch maximal drei Punkte aus drei Partien, um sich den Titel zu sichern. Er kann heute gegen 17.50 Uhr nach dem Spiel in Bern gegen YB zum fünften Mal in Folge Meister sein.

Von einem «sehr bitteren» Abend und einem «ganz schlechten Match von uns» sprach GC-Verteidiger Michael Lang. Und was die Meisterschaft angeht, bilanzierte er: «Der Zug ist abgefahren.» Ob die Saison trotz Platz 2 toll, gut oder sehr gut sei, wollte ein Journalist von Michael Skibbe wissen. Der GC-Trainer antwortete: «Sie war toll, gut, sehr gut» und musste selbst schmunzeln.

Der Rekordmeister hatte im Brügglifeld noch ansprechend begonnen und in der 4. Minute durch Gashi eine ausgezeichnete Chance vergeben. Doch was am Anfang gut aussah, verlor immer mehr an Glanz. Die Grasshoppers suchten wohl den Weg nach vorn. Sie kombinierten nicht selten hübsch. Nur taten sie sich immer schwerer auf den letzten Metern.

Einmal hatten sie auch Pech, dass Bieri ein penaltywürdiges Hands von Aaraus Verteidiger Nganga übersah. Doch dass sie nach Gashis erster Möglichkeit bis zur Pause nur noch zu zwei gefährlichen Abschlüssen kamen, sprach gegen sie. Die Aarauer arbeiteten in der Defensive wirkungsvoller. Und in der Offensive gefährlicher. Mit ihrem schnellen Umschaltspiel überforderten sie GC immer wieder und erspielte sich mehr und bessere Chancen. Ohne Roman Bürki im Tor wäre das Heimteam wohl früher zum ersten Treffer gekommen als in der 39. Minute durch Nganga.

Aarau-Trainer René Weiler strahlte nach der Partie. Er gab wohl zu, dass sein Team Glück gehabt hatte bei zwei Schiedsrichter-Entscheidungen. Ganz sicher aber war trotzdem nicht falsch, was er sagte: «Über 90 Minuten gesehen ist unser Sieg verdient.»

SonntagsZeitung

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