«Bei ihm beträgt die Ablösesumme weit mehr als vier Millionen»

Der FC Zürich verkauft seine grössten Talente. Präsident Ancillo Canepa sagt, warum.

FCZ-Präsident Ancillo Canepa nimmt Stellung.

FCZ-Präsident Ancillo Canepa nimmt Stellung.

(Bild: Keystone)

Ueli Kägi@ukaegi

Ancillo Canepa, nach dem 18-jährigen Nico Elvedi, dem grössten Verteidigertalent, wechselt mit dem 17-jährigen Dimitri Oberlin das grösste Sturmtalent des FCZ ins Ausland. Ausserdem zieht mit dem 18-jährigen Djibril Sow noch ein Nachwuchsspieler wie Elvedi zu Gladbach. Verscherbelt der FCZ sein Tafelsilber?
Davon kann keine Rede sein. Im Fall von Oberlin gilt: Er wollte unbedingt ins Ausland – unter allen Umständen. Wir haben stundenlang versucht, ihn davon zu überzeugen, dass es für ihn besser ist, wenn er bei uns bleibt. Doch Oberlin mochte nicht geduldig sein. Deshalb mussten wir ihn gehen lassen.

Haben Sie ihm keine Perspektiven geben können beim FCZ?
Natürlich hatte er bei uns Perspektiven, und natürlich haben wir weiterhin mit ihm gerechnet, sonst hätten wir in den drei, vier Jahren, seit er aus Lausanne zu uns gekommen ist, nicht so sehr mit ihm gearbeitet. Wir haben ihm aber auch gesagt, dass er Geduld braucht. Er ist erst 17-jährig und war enttäuscht, dass er in der vergangenen Saison nicht so oft Aufgebote für die erste Mannschaft erhalten hat. Man muss aber auch sehen, dass er oft verletzt war oder nach Tagen mit der Schweizer U-Nationalmannschaft müde zu uns zurückgekehrt ist. Auch denken wir, dass für einen Fussballer in seinem Alter der Einsatz in Spielen fast weniger wichtig ist als die Trainingsqualität.

Sah die Situation nicht schwierig aus für Oberlin? Wäre er im Sturm hinter Etoundi, Gavranovic und Chermiti nicht bestenfalls die Nummer vier gewesen?
Im Moment könnte es so sein, aber es kann sich schnell verändern. Gavranovic denkt noch immer an den Sprung ins Ausland. Und auch Etoundi möchte einmal in Frankreich, Deutschland oder England spielen.

Für Elvedi soll der FCZ mehr als vier Millionen Franken von Gladbach erhalten, wie hoch ist die Ablösesumme bei Oberlin?
Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, musst du einen Spieler ziehen lassen. Das war bei Oberlin der Fall, an einem Weiterverkauf von ihm durch Red Bull Salzburg sind wir beteiligt. Auch Elvedis Abgang zu Borussia Mönchengladbach war nicht geplant. Bei ihm beträgt die Ablösesumme allerdings weit mehr als vier Millionen Franken, ein Spieler dieser Qualität hat seinen Preis.

Wie hoch ist die Ablösesumme bei Oberlin?
Sie hat nicht die Dimension des Elvedi-Transfers.

Verkauft der FCZ seine grössten Talente, um das Defizit zu verhindern, das der Club ohne besondere Einnahmen durch Transfers oder im Europacup einfährt und das Sie in den vergangenen Jahren nicht selten mit privaten Vermögen gedeckt haben?
Nein. Es ist nicht unsere Strategie, so junge Spieler zu verkaufen.

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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