Beim FC Thun «läuft es wie im Bienenhaus»

Der Cupfinal sorgt beim FC Thun abseits des Rasens seit Wochen für viel Betrieb.

FC Thun-Medienchef Nik Thomi ist einer von denen, die derzeit alle Hände voll zu tun haben. Er spricht von einer «positiven Ausnahmesituation».

FC Thun-Medienchef Nik Thomi ist einer von denen, die derzeit alle Hände voll zu tun haben. Er spricht von einer «positiven Ausnahmesituation».

(Bild: Patric Spahni/Archiv)

Simon Scheidegger@theSimon_S

Am 23. April beginnt in Thun eine neue Zeitrechnung. Diejenige bis zum Cupfinal. Die Fussballer und Staffmitglieder der ersten Mannschaft sind zwar bemüht, den Meisterschaftsbetrieb nicht aus dem Fokus zu verlieren, und offiziell gilt erst seit Mittwochabend und dem Abpfiff der Partie in Zürich die Konzentration vollumfänglich dem Saisonhighlight am Sonntag.

Daneben läuft im Verein seit der Finalqualifikation indes nichts wie normal. Nik Thomi spricht von einer «positiven Ausnahmesituation». Der Medienchef hat derzeit viel mehr Anfragen zu bearbeiten, da sich auf einmal die ganze Schweiz für dieses Team interessiert, das den zweiten Cupfinaleinzug der Vereinsgeschichte geschafft hat.

Thomi kann sich jedoch nicht immer auf die Medienarbeit konzentrieren. Er betreut auch die Social-Media-Kanäle des FCT, auf denen er täglich mindestens etwas im Zusammenhang mit dem Cupfinal postet, beispielsweise kurze Videointerviews, die er mit jedem Spieler führte. Zudem war er an der Konzeption und Produktion eines Extrablattes beteiligt.

«Es ist ein Gemeinschaftswerk», sagt Thomi. Es brauche jede und jeden, und auch wenn die Belastung momentan hoch sei, erledigten alle ihre Arbeit mit Vorfreude auf den Cupfinal.

Umzug und Prämie

Auch Uschi Brun leistet Überstunden. Der von ihr geführte Fanshop hat normalerweise am Mittwochnachmittag geöffnet. Diese Woche hatte er jedoch jeden Tag offen, und am Sonntag wird Brun zusammen mit Helferinnen vor dem Stade de Suisse einen Verkaufsstand betreiben. Für das grosse Spiel haben die Thuner ein Fanshirt und einen Schal ins Sortiment aufgenommen.

Auch das spezielle Trikot, das die Spieler tragen werden, kann gekauft werden. «Es läuft wie im Bienenhaus», sagt Brun. Der Umsatz sei etwa 70 Prozent höher als normal, und einige Artikel seien bereits vergriffen.

Die Euphorie ist im Umfeld der Oberländer spürbar. Es soll ein Fussballfest werden, und selbst wenn alle auf einen Coup des FCT hoffen – eine Feier wird es in der Thuner Innenstadt so oder so geben. Dafür ist Matthias Bieri zuständig. Der Vermarktungskoordinator hat viele Gespräche geführt, damit der «historische Tag für die ganze Region» in passendem Rahmen zelebriert werden kann.

Bereits um 8.30 Uhr versammeln sich die Fans auf dem Mühleplatz und reisen anschliessend gemeinsam nach Bern. Bisher sind rund 21000 Tickets für das Spiel verkauft worden. Um 17 Uhr steigt dann auf dem Rathausplatz die offizielle Feier mit zwei Konzerten. Gewinnen die Thuner, gibt es einen Umzug zum Mühleplatz und eine Freinacht.

Ein Cupsieg würde dem FC Thun nicht nur einen Eintrag in den Geschichtsbüchern sichern, sondern sich für die Spieler auch finanziell lohnen. Das leistungsbezogene Prämienreglement belohnt alle abhängig von Einsatzzeiten. Sportchef Andres Gerber spricht von einem «Batze, wo fägt». Der eine oder andere Franken davon würde bei der Feier sicher investiert werden.

Berner Zeitung

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