Das Warten des Kevin Bigler

Kevin Bigler ist in dieser Saison Ergänzungsspieler beim FC Thun. Gegen den FC Zürich kommt seine Chance jedoch nach 34 Minuten.

Da, wenn er gebraucht wird: Kevin Bigler (hinten).

Da, wenn er gebraucht wird: Kevin Bigler (hinten). Bild: Keystone

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Kevin Bigler lässt auf sich warten. Die meisten seiner Teamkollegen haben sich längst frisch geduscht und umgezogen ins Wochenende verabschiedet, als der 26-Jährige immer noch in dem kleinen Raum ausharrt, den die wenigsten Sportler gern aufsuchen, das Zimmer der Dopingkontrolleure.

Doch dass Bigler am Ende einer intensiven Begegnung gegen den FC Zürich überhaupt für die Kontrolle aufgeboten wird, zeigt, dass er am Sonntagnachmittag wieder einmal zum Einsatz gekommen ist – erst zum zweiten Mal in dieser Saison nach einem Teileinsatz in der zweiten Runde gegen Luzern. Biglers Chance kam unverhofft und war vor allem dem geschuldet, dass Trainer Marc Schneider überhaupt nicht zufrieden war mit der Leistung seines Teams. Mit der Einwechslung Biglers in der 34. Minute sollten der Mannschaft neue Impulse vermittelt werden.

«Ich brauchte einen Moment, bis ich im Spiel war», sagt Bigler. «Aber in der ersten Halbzeit hatten wir das Spiel überhaupt nicht im Griff.» In der Folge sei es etwas besser geworden, aber auch der gelernte Rechtsverteidiger weiss, dass die Partie gegen den FCZ eine der schwächeren des FC Thun in dieser Spielzeit gewesen ist. «Wir können glücklich sein, dass wir noch einen Punkt mitnehmen.»

«Ich gebe Vollgas»

Bigler hatte in der Vergangenheit oft mit Verletzungen zu kämpfen, ein Bandscheibenvorfall setzte ihn monatelang ausser Gefecht. Seit einem halben Jahr könne er nun aber wieder voll trainieren. «Ich gebe jeden Tag Vollgas und warte auf meine Chancen.»

Er sei sehr glücklich, habe er gegen Zürich wieder einmal eine Spiel­gelegenheit erhalten, auch wenn er nur kurz nach seiner Einwechslung wegen eines gestreckten Beins verwarnt wurde und sich dementsprechend in der Intensität etwas zurücknehmen musste. «Mühsam», sei das ge­wesen, meint Bigler. «Aber ich habe alles in die Waagschale geworfen, was ich habe.»

Kein Bier im Kabinengang

Freilich hofft Bigler, sich für weitere Einsätze empfohlen zu haben. Er weiss allerdings auch, dass er in der teaminternen Hierarchie weder bei den Rechts­verteidigern noch im defensiven Mittelfeld zuoberst steht. «Ich kann die Situation gut einordnen», sagt Bigler. Einige Spieler hätten verletzt gefehlt, Stefan Glarner musste aufgrund einer Gelbsperre zuschauen. «Aber wenn es mich braucht, bin ich sicher wieder da und bereit.»

Bigler ist in diesem Moment ein zu­friedener Fussballprofi. Ein Problem allerdings hat er: Er hat den Dopingkontrolleuren zu wenig Material zur Untersuchung bereitstellen können. Deshalb muss er noch einmal zurück ins Kon­trollkämmerchen, bis die erforderliche Menge Urin ins Untersuchungsgefäss gelaufen ist. «Bier ist leider nicht erlaubt, um das Ganze zu beschleunigen», sagt Bigler und lacht. «Das haben wir bereits abgeklärt.»

Doch er ist nicht alleine: Auch Chris Kablan und Kenan Fatkic warten eine gute Stunde nach Spielschluss noch aufs erlösende Wasserlösen. Einzig Torhüter Guillaume Faivre habe das Prozedere bereits souverän hinter sich gebracht, meint Bigler, ehe er im Kabinengang der Stockhorn Arena verschwindet.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 08.10.2018, 07:23 Uhr

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