«Das klingt schon irgendwie verrückt»

Ivan Rakitic aus Möhlin hat bei Barcelona eine Ikone verdrängt und steht im ­Champions-League-Final.

Mitten drin in der Fussball-Elite: Ivan Rakitic (2.v.r.) mit Teamkollege Lionel Messi gegen die Münchner Schweinsteiger, Xavi Alonso und Thiago. Foto: Reuters

Mitten drin in der Fussball-Elite: Ivan Rakitic (2.v.r.) mit Teamkollege Lionel Messi gegen die Münchner Schweinsteiger, Xavi Alonso und Thiago. Foto: Reuters

Er ist der Bub aus dem Aargau. Und trägt jetzt den Club­anzug des FC Barcelona. Die 2:3-Niederlage gegen Bayern vom Dienstag braucht den 27-jährigen Mittelfeldspieler nicht zu kümmern. Barça steht am 6. Juni zum fünften Mal im Champions-League-Final.

Rakitic, in Rheinfelden geboren, in Möhlin aufgewachsen, mit Schweizer Pass, aber im kroatischen Nationalteam, debütierte mit 17 beim FC Basel, mit 19 wechselte er zu Schalke. Dreieinhalb Jahre hat er beim FC Sevilla verbracht, bevor er im vergangenen Sommer als Europa-League-Sieger und ein Jahr vor Vertragsende für 20 Millionen Euro zum FC Barcelona wechselte. Jetzt bietet sich ihm die Chance auf das Triple. Denn in der Liga stehen die Katalanen vor dem Titel. Im Cup können sie Athletic Bilbao im Camp Nou zum Final empfangen.

Wenn Sie auf Ihren Weg ­blicken …
… der Bub aus Möhlin über den FCB zum FCB, das klingt schon irgendwie verrückt. Manchmal muss ich innehalten und darüber nachdenken, was für ein tolles Leben ich habe. Es ist nicht normal, dass ich da stehe, wo ich jetzt bin. Ich bin glücklich und stolz auf meinen Weg. Ich habe mir alles Schritt für Schritt erarbeitet, es wird dir im Spitzenfussball ja nichts geschenkt. Ich will aber jetzt auch nicht stehen bleiben.

Vor Ihnen spielt mit Messi, Suárez und Neymar das wohl beste Sturm-Trio der Welt. Wenn Sie den dreien zuschauen, was denken Sie dann?
Dass die drei auch nach hinten schauen und sehen, was sie dort haben. (lacht) Nein, im Ernst: Es ist wunderbar, solche Spieler im Team zu haben. Die drei ­haben eine unglaubliche Qualität. Sie können mit einem Spielzug einen Match entscheiden. Das haben sie gegen die Bayern gerade wieder bewiesen: Aus ­einem Konter machen sie ein Tor. Aus zwei Kontern zwei Tore.

Was bedeutet es Ihnen, in einem Weltclub wie Barcelona nicht nur im Kader zu stehen, sondern auch Stammspieler zu sein?
Es ist die Erfüllung eines Traums, aber auch die Bestätigung und der Lohn für meine Arbeit, für alles, was ich investiert habe, um so weit zu kommen.

Es gibt eigentlich nichts Grösseres mehr als einen Champions-League-Final mit dem FC Barcelona.
Doch, das gibt es: diesen Final auch zu gewinnen.

Und dann: Karriere abbrechen, weil mehr nicht mehr geht?
(lacht) Nein, nein. So Gott will, habe ich noch ein paar Jahre vor mir, um weiter­zu­machen, um zu bestätigen, um noch mehr zu unternehmen für den ­Erfolg. Es gibt nichts Schöneres als den Fussball, mein Hobby, mein Traum.

Ist es für Sie noch etwas Besonderes oder schon Normalität, jeden Morgen bei Barça zur Arbeit zu gehen?
Ich stehe jeden Morgen mit einem ­Lächeln auf und gehe jeden Abend mit einem Lächeln ins Bett. Ich geniesse mein Leben. Ich habe eine wunderbare Frau, eine gesunde Tochter. Ich bin glücklich und zufrieden, und es soll weiter­hin so sein.

Mit Xavi haben sie im Mittelfeld eine Clubikone auf die Bank verdrängt.
Verdrängt nicht. Er ist ein unendlich wichtiger Spieler für diesen Club, auch menschlich gesehen. Es ist für mich ein wunderbares Jahr mit ihm, ich lerne enorm viel, das muss ich ausnützen.

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