«Die Angst vor dem Fehler wäre falsch»

GC-Verteidiger Daniel Pavlovic sieht nach dem 0:0 gegen Sion die kommenden Aufgaben als Herausforderung. Zuerst das vermeintlich aussichtslose Rückspiel gegen Lille am Dienstag.

Kein Durchkommen: Pavlovic gegen Lille.

Kein Durchkommen: Pavlovic gegen Lille.

(Bild: Keystone)

David Wiederkehr@DavidWiederkehr

Es war Fortschritt auf überschaubarem Niveau, aber immerhin war es ein Fortschritt. Ein 0:0 gegen den FC Sion brachte den Grasshoppers den ersten Punkt der Saison, das erste Unentschieden nach drei Niederlagen in Serie. Das Remis bringt GC etwas Entspannung, bevor es fast einen ganzen Monat lang auswärts anzutreten hat, beginnend mit dem Rückspiel in der Champions-League-Qualifikation am Dienstag in Lille (Hinspiel 0:2).

Eine Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit ermöglichte den Punktgewinn gegen Sion, nachdem in der ersten Halbzeit vor nur 3800 Zuschauern im Letzigrund der Gast aus dem Wallis noch stärker gewesen war. Nach der Pause kam GC aber zu einem Chancenplus, und auch wenn keine der Möglichkeiten wirklich zwingend war: Wenigstens das 0:0 war verdient. Entsprechend wirkten die Spieler des Rekordmeisters nach der Partie gelöster als auch schon.

Daniel Pavlovic, kann ein 0:0 gegen Sion schon eine Erleichterung sein?
Gut ist, dass wir endlich einmal ohne Gegentor durchgekommen sind. Daneben sind wir selber zu Chancen gekommen, das ist positiv. Sion stand sehr kompakt, entsprechend schwierig war es für uns. Aber wir haben uns ja immerhin Chancen erspielt, das war wichtig. Und darauf können wir aufbauen.

Aber am Ende steht auch in der Offensive die Null.
Der nächste Schritt ist jetzt, die erspielten Chancen auch zu verwerten. Daran müssen wir jetzt arbeiten. Wir versuchen es, ich denke, das hat man gegen Sion gesehen. Aber man hat auch gesehen, dass uns noch nicht alles gelingt.

Ist das eine Frage der Qualität?
Nein. Ich finde, wir haben an Qualität zugelegt in der Sommerpause. Die Situation ist schwierig zu erklären. Uns ist bewusst, dass wir Fehler machen, und wir sind nicht gut gestartet, das ist schon richtig. Aber es wäre verheerend, wenn wir nun beginnen würden, mit Pistolen aufeinander zu schiessen. Die Saison ist noch lang. Deshalb dürfen wir uns davon nicht verrückt machen lassen. Auf dem Resultat gegen Sion können wir aufbauen. Wir müssen unbedingt weiter an uns glauben. Die Angst vor dem Fehler wäre falsch.

Viel Zeit bleibt nicht, schliesslich steht bis Ende August ein intensives Programm mit 6 Auswärtsspielen in rund 20 Tagen an.
Ich sehe das positiv. Wir haben dadurch viele Gelegenheiten, uns in den Spielen zu verbessern. Ich mag diese Phase, wenn wir viele Spiele hintereinander bestreiten müssen. So haben wir als Mannschaft die Möglichkeit, alle Fehler sofort wiedergutzumachen.

Das 0:2 aus dem Hinspiel werden Sie aber kaum wiedergutmachen können.
Im Fussball ist einiges möglich, und auch wenn wir wissen, dass es sehr schwierig werden wird, müssen wir daran glauben. Wir gehen dahin und geben unser Bestes. Wenn wir das nicht machen würden, bräuchten wir ja gar nicht dahin zu fliegen.

Die Hoffnung stirbt also zuletzt.
Natürlich war Lille im Hinspiel besser, und wahrscheinlich werden sie im Rückspiel noch ein paar WM-Teilnehmer aufstellen. Es wird eine ganz schwierige Aufgabe. Aber wir müssen das als Herausforderung nehmen. Für jeden von uns ist das die Gelegenheit, zu zeigen, was er kann. Jeder muss sich persönlich auf dem höchsten Niveau messen. Wir haben ein Jahr lang auf diese Champions-League-Qualifikation hingearbeitet, das geben wir nicht einfach so her. Und wenn es nicht hinhaut, werden wir eben versuchen, es in die Europa League zu schaffen.

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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