Mit der grossen Lust am Spiel

Der FC Zürich erzielte wunderbare Tore und siegte beim 4:1-Sieg in Vaduz zum dritten Mal im dritten Match.

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Ueli Kägi@ukaegi

Und dann war da nur noch: Puderzuckerfussball. Chiumiento streichelte den Ball mit der Sohle. Schönbächler trickste mit Absatz und Aussenrist. Chikhaoui lief, tanzte, passte. Chermiti flog an den Gegnern vorbei. Verteidiger Djimsiti stürmte mit. Und möglich gemacht hatten das Schauspiel zwei magische Ballberührungen. Da war zuerst Chiumiento ¬gewesen: Der neue Regisseur spielte den Ball mit dem Absatz in die Tiefe. Und dann kam Chikhaoui, am Mittwoch gegen Thun doppelter Torschütze: Der neue Captain ersprintete sich den Ball und schlenzte ihn in die Ecke.

Eine Umarmung als Symbol

3:1 für den FCZ, «ein unglaublich wichtiges Tor», wie Chiumento bemerkte, weil es dem Team noch mehr Sicherheit gab. Es spielte danach nur noch «mit Spass und Freude», so nannte es Chermiti. Und nachdem dies der Torschütze zum 4:1 gesagt hatte im Kabinengang, kam Trainer Meier angelaufen. Die beiden umarmten sich und liefen Arm in Arm davon. Vielleicht ist es gerade das, was diesen neuen FCZ ausmacht neben den personellen Veränderungen. Das gegenseitige Vertrauen. Die Wärme. Oder, wie es Chermiti sagte: «Die neue Atmosphäre.» Der FC Zürich ist mit drei Siegen gestartet. Das ist ihm nie mehr gelungen seit Sommer 2006, als er unter Trainer Favre vier Mal in Serie erfolgreich gewesen war und zehn Monate später zum zweiten Mal in Folge Meister wurde. «Drei Spiele, neun Punkte, Leader, aber wir müssen auf dem Boden bleiben», sagte Meier. Ja, das muss der FCZ. Seine Auftritte waren zwar in diesen ersten drei Begegnungen teilweise gut, phasenweise sehr gut und in den stärksten Momenten immer auch geprägt von der grossen Lust am Spiel. Er hatte aber in allen Partien auch schwächere Momente. Und ja: Die Gegner, GC zum Auftakt, dann Thun und Vaduz, hatten nicht die Qualität, um das Team richtig zu testen.

Gestern machte Vaduz zwar in den ersten Minuten vieles gut. Der Aufsteiger verteidigte den eigenen Strafraum teilweise mit neun Spielern und schlug einmal in Ballbesitz sehr direkt und ¬geschickt den Weg zum gegnerischen Tor ein. In der 7. Minute schon ging er in Führung dank Cecchinis Flachschuss.

Die Premiere für Rodriguez

Der FCZ, zum dritten Mal mit der gleichen Startformation in die Partie gegangen, verlor deshalb aber die Übersicht nicht. Und brauchte nur drei Minuten. um aus dem Rückstand eine Führung zu machen. Das 1:1 erzielte Chiumiento (21.), nachdem er sich mit Chikhaoui durchgespielt und der Tunesier nur die Latte getroffen hatte. Das 2:1 gelang Francisco Rodriguez (23.), dem mit 18 Jahren jüngsten der drei Schwamendinger Brüder, die alle Profis geworden sind. Und wie der Mittelfeldspieler von der rechten Seite dieses Tor erzielte! Auf Yapis öffnenden Pass mit einem perfekten Schuss in den Winkel.

Nach dieser Wende gab es kaum noch Zweifel über den Ausgang dieser Partie. Der FCZ hatte jetzt alle Vorteile, er bestimmte das Tempo, er erspielte sich Chancen, und er liess sich von seinem Anhang feiern. Die rund tausend mitgereisten und singbereiten Fans hinter dem Tor übertrafen den harten Kern des Vaduzer Anhangs in der Anzahl um etwa das 70-fache.

Yapi und Kukeli waren im defensiven Mittelfeld vor der Dreierkette wieder stark. «Wenn wir hinten gut stehen, muss vorne über 90 Minuten unsere Qualität zum Tragen kommen», das ist Chiumientos Überzeugung. Doch auch er mahnt zur Vorsicht. Der FCZ möchte die Meisterschaft unter den Top 4 -abschliessen, den Cup verteidigen und in die Europa-League-Gruppenphase. «Wenn wir diese Ziele erreichen wollen, dann wissen wir auch: Wir haben noch ganz viel Arbeit vor uns.»

Tages-Anzeiger

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