«Sie haben sich aufgeführt wie Tiere»

GC-Präsident Anliker und Sion-Spieler Kasami äussern sich nach dem Abbruch des Spiels zwischen Sion und GC: enttäuscht, traurig, wütend.

Petardenwürfe: Das Spiel zwischen Sion und GC musste abgebrochen werden. Video: SRF

«Wo bin ich hier nur gelandet?» Ja, vielleicht hat sich Tomislav Stipic das gedacht, als er da im Tourbillon in den Katakomben stand. Der neue GC-Trainer steht in Sion zum zweiten Mal an der Seitenlinie der Grasshoppers und muss mitansehen, wie die Anhänger seines Vereins Fackel um Fackel auf den Sittener Rasen werfen. 0:2 liegen die Hoppers da hinten, die zweite Halbzeit ist wenige Sekunden alt.

Stipic und Captain Runar Mar Sigurjonsson machen sich auf in Richtung der GC-Kurve, Geschlossenheit demonstrieren, zeigen, dass man zusammenhält bei den Zürchern. Präsident Stephan Anliker und CEO Manuel Huber, sie gehören zu den am meisten kritisierten, gehen mit. Sigurjonsson stellt sich der aufgebrachten Masse, die Situation beruhigt sich nicht, Anliker beordert das Team zurück in die Katakomben. Die GC-Fans reagieren, es fliegen sogar Pyros in Richtung Spieler.

«Unentschuldbar und muss Konsequenzen haben»

Dann gibt Schiedsrichter Lionel Tschudi auf. Er glaubt nicht mehr daran, dass man hier ein vernünftiges Fussballspiel durchführen kann, Spielabbruch. «Die Sicherheit der Spieler ist nicht mehr gewährleistet», sagt er kurz nach seinem Entscheid bei Teleclub. Claudius Schäfer, Präsident der Schweizer Fussballliga fügt an: «Das ist absolut traurig für den Schweizer Fussball.» Schiedsrichter Tschudi habe richtig gehandelt.

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Kurz darauf stellt sich auch Anliker vor die TV-Kamera. «Das kann man sich nicht vorstellen», sagt er. Immer wieder sagt er das gleiche: «Das ist unentschuldbar.» Und: «Das muss Konsequenzen haben.» Anliker ist aufgebracht, fordert auch den Verband auf, zu handeln. «Sie haben sich aufgeführt wie wilde Tiere», berichtet er. Ähnlich klingt es auf Seiten des Gegners. Pajtim Kasami, Spieler von Sion und Torschütze zum 2:0, spricht von einer Schande für den Schweizer Fussball. Er habe ja schon in vielen Ligen gespielt, sagt er, dann schüttelt er den Kopf.

Wie es nun weitergeht, ist Stand jetzt noch offen. Die Grasshoppers werden, so sieht es das Reglement vor, mit einer Forfait-Niederlage (0:3) bestraft. Etwas, was den Fans wohl egal sein wird, so sagt es Teleclub-Experte Rolf Fringer. Denn ob diese Mannschaft hier in Sion ein 0:2 oder ein 0:3 mitnimmt, spielt keine Rolle.

mro

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