Sperren gegen Magnin, van Eck und Canepa

Der Fussballverband reagiert auf die Proteste des FCZ im Cup-Halbfinal gegen Basel. Trainer Magnin ist gleich für drei Spiele suspendiert.

Die Tätlichkeit von Kuzmanovic gegen Nef. (Video: SRF)
Thomas Schifferle@tagesanzeiger

Vor drei Wochen stellte Ludovic Magnin fest, er sage nichts mehr über Schiedsrichter, das würde sonst Seiten füllen. Am Donnerstag beim Cup-Halbfinal gegen Basel hat der Trainer des FCZ seinen Vorsatz schon wieder vergessen. Das hat nun Folgen: Er ist vom Schweizerischen Fussballverband wegen Schiedsrichter-Beleidigung gleich für drei Meisterschaftsspiele gesperrt worden. Der FC Zürich legte gegen das Urteil Rekurs ein. Er sei «mit der Begründung des Urteils nicht einverstanden und bestreite die Vorwürfe», heisst es in einer Mitteilung.

Auch Ancillo Canepa und René van Eck kommen nach diesem Match nicht ungeschoren davon. Der Präsident des FCZ und Magnins Assistent werden für ein Cup-Spiel gesperrt, ihnen ist zum Verhängnis geworden, dass sie in der 80. Minute bei einer Rudelbildung auf den Platz stürmten. Weil er sich da ebenfalls einmischte, wurde FCB-Sportchef Marco Streller mit einer Geldbusse belegt.

Magnin nannte Klossner einen «Betrüger»

Magnin fluchte während des Spiels immer und immer wieder. Als Stephan Klossner einmal für den FCZ zu Recht keinen Elfmeter gab, führte er einen Veitstanz auf. Er ärgerte sich nach dem Spiel lauthals, weil Zdravko Kuzmanovic für seinen Schlag in den Nacken von Alain Nef nur die Gelbe Karte erhalten hatte. Ein Platzverweis wäre gegen den Basler angemessen gewesen, ja. Aber das gibt Magnin noch lange nicht das Recht, Klossner wiederholt «Betrüger» zu nennen, zumindest hat der Schiedsrichter diesen Ausdruck rapportiert.

Als Vierter Offizieller war an diesem Abend Alain Bieri im Einsatz. Bieri ist der Schiedsrichter, der sich in der letzten «SonntagsZeitung» mit dem Verhalten von Canepa und Magnin auseinandersetzte, weil sie ihn beim Spiel in Thun heftig kritisiert hatten. Bieri sagte im Interview: «Vielleicht meinen sie, es gehöre zur Unterhaltung in diesem Geschäft. (...) Eigentlich ist es ein Zeichen von mangelndem Respekt unserer Arbeit gegenüber.»

Die Rolle des Präsidenten

Canepa hat es sich schon lange zur Angewohnheit gemacht, die Spiele am Seitenrand zu verfolgen. Manchmal gibt er sich als Teammanager aus, damit er auswärts auf die Spielerbank sitzen kann. Im Cup-Viertelfinal gegen Kriens musste er ermahnt werden, weil er glaubte, seinen Bewegungskreis bis zur Eckfahne ausdehnen zu können. Er mag es offensichtlich, sich als leidender Präsident zu inszenieren. Die Schiedsrichter sagen es nicht öffentlich, aber sein Verhalten stört sie. Er sollte sich darüber Gedanken machen, immerhin gehört er zum Komitee der Swiss Football League.

Gegen Basel stand er die ganze zweite Halbzeit neben der Trainerbank. Darum hatte er es nicht weit, sich ins Getümmel zu stürzen, das nach Kuzmanovic’ Tätlichkeit entstand und für unkontrollierte Emotionen sorgte. Dafür ist er nun bestraft worden, genauso wie Van Eck. Und das ist richtig so.

Magnins mutige Prognose

Vielleicht findet der FCZ nun rechtzeitig wieder zur Ruhe und konzentriert sich auf das, was wichtiger ist, viel wichtiger: dieses Spiel am Sonntag gegen Sion. Sechs Runden hat er noch Zeit, um das Abrutschen auf einen Barrageplatz und damit das ganz grosse Desaster zu vermeiden. Wenn sie immer so spielen würden wie nun gegen Basel, würden sie den Ligaerhalt locker schaffen, sagt Magnin. Und er sagt wirklich «locker».

Er könnte sich noch irren. Im Cup hatte der FCZ nichts Existenzielles zu verlieren. In der Meisterschaft, gegen Sion, Basel, Xamax, Thun, Luzern und St. Gallen, ist das anders. Auf Dauer würde auch keine Kritik am Schiedsrichter als Rechtfertigung für eigene grundlegende Versäumnisse dienen.

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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