Bayern-Routiniers schlagen Alarm

Der FC Bayern München will im Supercup gegen Borussia Dortmund ein Zeichen setzen. Einige Spieler bemängeln das knappe Kader.

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Der Supercup ist nicht der wichtigste Wettbewerb der Saison. Doch wenn das Duell Bayern gegen Dortmund lautet, ist immer Zündstoff drin. Es könnte zumindest ein erster Gradmesser für den weiteren Saisonverlauf sein. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sieht es so: «Es ist der wichtigste Test der Vorbereitung, aber auch das erste Pflichtspiel. In der Vergangenheit war das Stadion in ein, zwei Wochen ausverkauft. Diesmal waren es ein paar Stunden. Die Leute fiebern darauf hin. Und bei allem, was ich aus München höre, wird es auch dort ernst genommen.»

Bei den Bayern zeigte sich in der Vorbereitung, dass zusätzliche Spieler dringend benötigt werden. So war die Erleichterung gross, als bei Kingsley Coman die medizinische Abteilung am Mittwochabend Entwarnung gab: Der 23-jährige Franzose erlitt gegen Tottenham (5:6 nach Elfmeterschiessen) «nur» eine schwere Knieprellung und dürfte schon bald wieder in das Training einsteigen.

Das kurze Bangen um die Gesundheit von Coman zeigte allerdings deutlich, dass der Druck auf die Bosse im zähen Feilschen um Neuzugänge weiterhin gross ist. «Wir wissen auch, dass uns nicht allzu viel passieren darf in der jetzigen Situation», sagte Nico Kovac. Nach dem jüngsten Rüffel im komplizierten Transferprojekt um Leroy Sané vermied der Coach Einschätzungen oder gar Forderungen für Verstärkungen. Eine schwerere Blessur des schon in den vergangenen Jahren stets verletzungsanfälligen Coman wäre zur Unzeit gekommen.

Gerüstet für drei Wettbewerbe?

Bei ihrem personellen Umbruch hatten die Münchner auf Coman und Serge Gnabry als Flügelzangen-Nachfolger der langjährigen Erfolgsspieler Franck Ribéry und Arjen Robben gesetzt. Nachdem beide Youngster zuletzt angeschlagen ausgewechselt werden mussten, steigen die Chancen, dass Coman und der 24-jährige Gnabry rechtzeitig zum Saisonstart fit sind.

Die Routiniers schlagen dennoch subtil Alarm. Es sei nicht seine Aufgabe, Neuzugänge zu fordern, fand Captain Manuel Neuer. Aber: «Unsere Bosse haben die Pflicht und Verantwortung, für das Kader zu sorgen.» Thomas Müller liess durchblicken, dass er das Team für die Aufgaben in drei Wettbewerben nicht gerüstet sieht. Es müsse versucht werden, «sich bestmöglich aufzustellen, was Qualität und Quantität betrifft». Deutlich wurde David Alaba. «So eine Saison ist sehr lang», sagte der Österreicher, «und wir wissen alle, dass unser Kader nicht das grösste ist und dass da noch was kommen sollte.»

Hoffen auf ein Signal auf dem Platz

In der nebulösen Transferlage droht unterzugehen, dass aktuell zwei Wechsel-Kandidaten im Bayern-Trikot überzeugen. Neben Renato Sanches zeigte Jérôme Boateng beim Audi Cup eine gute Leistung, auch wenn er gegen Tottenham den letzten Elfmeter verschoss.

Als Gast in Dortmund wollen die Bayern am Samstag (20.30 Uhr/ZDF) die aktuellen Kräfteverhältnisse gegen den Dauerrivalen regeln. Als Freundschaftsspiel werten sie den Auftritt bei der Borussia nicht. «In Dortmund zu spielen hat immer eine gewisse Brisanz», unterstrich Müller und Alaba meinte: «Sicherlich kann das irgendwo auch ein Zeichen sein.» Die Bayern hoffen auf ein Signal auf dem Platz – wenn schon auf dem Transfermarkt Erfolgsmeldungen bislang ausbleiben.

dpa/rom

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