Blutauffrischung beim FFC Zuchwil

Mit einem komplett neuen Team strebt der FFC Zuchwil 05 den Ligaerhalt an. Sein zehnjähriges Trainerjubiläum bestreitet Peter Baumann mit einer willigen, aber jungen Equipe.

Viele Zu- und Abgänge beim FFC Zuchwil.

Viele Zu- und Abgänge beim FFC Zuchwil.

(Bild: zvg)

Neun Abgängen stehen elf Zuzüge entgegen. «Wir hatten eine sehr grosse Fluktuation, eigentlich sogar ein Erdbeben», beschreibt Zuchwils Trainer Peter Baumann die vergangenen zwei, drei Monate. Sogenannte Topspielerinnen mit erwiesenen fussballerischen Qualitäten hätten den FFC Zuchwil 05 verlassen. «Bei vielen von diesen Abgängen musste man jedoch im menschlichen Bereich Abstriche machen», sagt Baumann unverblühmt. Gewisse Stars hätten auch Mühe bekundet mit dem Übergang vom Zuckerbrot zur Peitsche. «Sie konnten den Hebel von Spass auf Leistungsbereitschaft im richtigen Moment nicht umschalten und hatten zudem Identifikationsprobleme», so der Zuchwiler, der seine zehnte Saison in Angriff nimmt.

Blutauffrischung

Es sei eine Transferphase gewesen, die ihn sehr viel Substanz und noch mehr Zeit gekostet habe. «Toll war diesbezüglich die Unterstützung durch die treuen Routiniers im Team und durch ein neues Vorstandsmitglied», lobt Baumann. Als Highlights bezeichnet der Zuchwiler Trainer die Neuverpflichtungen von Valerie Zürny (GC) und Tamara Zürcher (Schlieren). «Solche Spielerinnen sind für das Image unseres Vereins sehr wichtig», weiss Baumann. Die Blutauffrischung habe auch positive Seiten. «Das Team hat zwar an spielerischer Substanz etwas verloren, dafür im menschlichen und charakterlichen Bereich viel dazugewonnen.» Das Coaching mache ihm nun wieder mächtig Spass, so Baumann. «Es soll keine Arbeit, sondern nach wie vor ein Hobby sein.» Ein Hobby solle Freude bereiten und das tue es nun wieder. «Bei den jetzigen Spielerinnen stehen nicht Eigeninteressen, sondern das Team selbst im Vordergrund und das ist gut so.»

Blutjunges Team

Das 18-Frau-Kader weist ein Durchschnittsalter von 19,5 Jahren auf. Nur sieben Akteurinnen sind älter als 20 Jahre. Vier der elf Zuzüge stammen aus der eigenen U18-Equipe. «Das zeigt, dass wir jungen talentierten Spielerinnen eine Chance geben, sich in der NLA zu zeigen.» Das beweise aber auch, dass in der eigenen Nachwuchsabteilung, namentlich durch U18-Trainer Robert Geiser (zweite Saison) hervorragende Arbeit geleistet werde. «Wir haben beim FFC Zuchwil 05 eine sehr gute Bindung zwischen dem U18- und dem NLA-Team.» Die U18-Equipe (16 Spielerinnen), die auf ein Durchschnittsalter von 16 Jahren kommt, soll zukünftig auch die Kantonalauswahl sein. «Bereits jetzt schon spielen die besten Talente des Kantons in diesem Team, ergänzt durch Youngsters wie etwa die erst 15-jährige Kirchbergerin Carmen Aebersold aus dem nahen Bernbiet.» Eine gut funktionierende Nachwuchsabteilung sei für den Dorfverein überlebenswichtig, sagt Baumann, der am 11. September seinen 52. Geburtstag feiern kann. «Dies dann an einer unserer clubeigenen Parties», so der Zuchwiler Trainer. In der Tat geht der FFC Zuchwil 05, zusammen mit dem FC Solothurn und dem EHC Zuchwil Regio, neue Wege in Sachen Sponsoring. «Wer ab dem 28. August in die Culturarena Biberist an eine Plus-/Minus-Party für Erwachsene kommt, unterstützt auch unseren Verein», verkündet Baumann, der nach wie vor auf einen neuen Hauptsponsor hofft.

Grossclubs herrschen

Als Saisonziel nennt Baumann den Ligaerhalt und das Erreichen des Schweizer Cupfinals. «Endlich hat man die Auf-/Abstiegsmodalitäten bei den Frauen den Männern angepasst», freut sich der Trainer des FFC Zuchwil 05. Der Letztplatzierte steigt Ende Saison direkt ab, der Zweitletzte tritt zur Barrage gegen den NLB-Zweiten an. Eher weniger angetan ist Baumann von der Tatsache, dass immer mehr Grossclubs die Frauenvereine schlucken. «Auch wenn die Frauen bei YB, GC, Basel oder Zürich von der Infrastruktur und von den Finanzen her von den Männerclubs profitieren, verliert der Frauenfussball so seine Identität.» Baumann will sein Team nicht dem Männerfussball unterwerfen. «Wir sind stolz, dass wir mit viel persönlichem Engagement ein eigenständiger Dorfclub bleiben können.» Dennoch ist der Trainer des FFC Zuchwil 05 froh, dass seine jungen Talente beim FC Solothurn im U-Bereich zusätzliche Trainingsmöglichkeiten wahrnehmen können. «Zudem möchten wir möglichst viele Meisterschaftsspiele im Stadion FC Solothurn austragen, um den aufstrebenden Frauenfussball ins richtige Scheinwerferlicht stellen zu können.» Zum Saisonauftakt trägt der FFC Zuchwil 05 an diesem Samstag, dem 15. August (18 Uhr), sein erstes Heimspiel gegen den grossen FC Basel jedoch noch auf dem altehrwürdigen Sportplatz des Sportzentrums Zuchwil aus.

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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