Bosporus feiert den Aufstieg

Der FC Bosporus spielt künftig in der 2. Liga regional. Er setzt sich auch in Langnau durch, mit 3:2. Vorübergehend drohte ein Spielabbruch.

Jubel bei den Akteuren des FC Bosporus: Die Stadtberner spielen künftig in der 2. Liga regional.

Jubel bei den Akteuren des FC Bosporus: Die Stadtberner spielen künftig in der 2. Liga regional.

(Bild: Marcel Bieri)

Fader Beigeschmack beim Aufstieg des FC Bosporus! Obschon die Stadtberner auch den Auswärtsmatch mit einem 3:2-Sieg beendeten, wird die Auseinandersetzung zwischen Langnau und Bosporus noch lange für intensiven Gesprächsstoff sorgen. Der Partie drohte in der 77. Minute sogar ein Abbruch, nach tumultartigen Szenen beim Klubhaus nach den Platzverweisen von Gashi und Moghaddami.

Dabei hatten sich die Langnauer angeschickt, ihr Schicksal – 0:2-Niederlage vor einer Woche – in die eigenen Füsse zu nehmen. Gashi kam bereits nach sieben Minuten zum ersten Abschluss. Nur zwei Zeigerumdrehungen später lenkte Bosporus-Keeper Batuhan Ergül einen Freistoss von Besfort Sopa in Corner. Die Intensität vor der Rekordkulisse stieg stetig. Vor allem machte sich die physische Präsenz der Platzherren deutlich bemerkbar. Nach einem Zuckerpass von Simon ­Reber fand Gashi in Ergül seinen Meister.

Besser machte es der Passgeber in der 22. Minute bei der erfolgreichen Führung. Er düpierte Ergül mit einem tückischen Aufsetzer. Kurz vor Ablauf der ersten halben Stunde lenkte Langnau-Keeper Martin Künzi einen Schuss von Murat Tiryaki in Corner. Praktisch im Gegenzug versuchte Manuel Hänni mit einem Volleyschuss sein Glück.

Leider nahm die Gangart im hochklassigen Match immer rustikalere Züge an. Die Phase kurz vor der Pause hatte es in sich. Murat Gümüs glich mit einem abgelenkten Schuss aus. Dies hinterliess bei den Platzherren aber keine Wirkung. Sofort schalteten diese den Modus auf Angriff um und wurden dafür mit dem erneuten Führungstreffer, dieses Mal durch Gashi erzielt, belohnt.

Spielabbruch drohte

Das 2:1 beflügelte die Platzherren zu Beginn der zweiten Halbzeit. Bosporus verlagerte sich taktisch clever aufs Abwarten respektive aufs Kontern, obschon die Emmentaler immer noch den weitaus grösseren Anteil beim Ball­besitz hatten. Der offene Schlagabtausch wurde auf Biegen und Brechen geführt.

In der 74. Minute besiegelte Xavier Mina das Schicksal der Langnauer mit seinem Ausgleichstreffer definitiv. Dies führte zum «Aufreger des Tages». Gashi und Moghaddami wussten sich nur mit einer unschönen Aktion zu helfen, mit dem klaren Verdikt: Beide wurden des Feldes verwiesen! Dem noch nicht genug. Als die beiden bestraften Spieler das Feld verlassen wollten, entwickelten sich vor dem Garderobeneingang tumultartige Szenen, welche bei­nahe zu einem Abbruch geführt hätten. Nach einem längeren Unterbruch nahm Schiedsrichter Callarec den Match wieder auf. In der 91. Minute erzielte der eingewechselte Iric das 3:2, es war das Schlussresultat.

Zum einen feierte Bosporus den Aufstieg, und zum anderen herrschte in den Reihen der heute unglücklichen Langnauer so etwas wie Eiszeit. Trainer Reto Flückiger sagte: «Die Enttäuschung ist riesengross. Wir waren auch heute klar das bessere Team, mussten kurz vor der Pause den bitteren Ausgleich verdauen und haben erneut sehr viel investiert. Es hat eben nicht sein sollen.» Zülfikar Iric, der Bosporus-Übungsleiter, meinte: «Wir setzten uns gegen ein spielerisch starkes Langnau durch. Wir waren das cleverere, erfahrenere Team.»

Wohlensee scheitert

Weiterhin in der 3. Liga beschäftigt ist der SC Wohlensee. Die Berner vermochten das Handicap aus dem Heimspiel gegen Steffisburg nicht zu kompensieren. Dieses hatten sie 1:3 verloren. In Oberdiessbach nun trennten sie sich von den Oberländern 3:3. Den Aufstieg nicht geschafft hat der SV Lyss. Er unterlag Aurore Bienne 4:7 nach Penaltyschiessen und bekundete dabei reichlich Pech, hatte Yally Cordeiro doch die Möglichkeit gehabt, sein Team in die 2. Liga zu schiessen, indem er seinen Elfmeter verwandelt ­hätte.

Berner Zeitung

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