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Constantin sitzt Decastel im Nacken

Der FC Sion verspielt gegen Lausanne kurz vor Schluss durch ein Eigentor noch den Sieg. Sion-Trainer Michel Decastel hat das uneingeschränkte Vertrauen von Präsident Christian Constantin bereits verloren.

Rastlos: Sion-Präsident Christian Constantin ärgert sich über das 1:1 gegen Lausanne.
Rastlos: Sion-Präsident Christian Constantin ärgert sich über das 1:1 gegen Lausanne.

Sion muss zumindest in den nächsten Wochen nicht mehr auf Platz 1 schielen. Beim 1:1 gegen Lausanne gaben die Walliser zum zweiten Mal innert Wochenfrist gegen ein schlechter eingestuftes Team Punkte ab. Der Rückstand auf Leader GC könnte auf zehn Punkte anwachsen.

Die Topspiele der 14. Runde in der Super League finden am Sonntag statt. Mit grösstem Interesse wird der Auftritt des FC Basel beim FC Zürich beäugt. Beim Erzrivalen strebt Murat Yakin im dritten Spiel den ersten Sieg mit dem FCB an. Wie für Sion am Samstag käme auch für Basel mit Blick auf die Tabelle ein Punktverlust einer Niederlage gleich. Denn dass Leader GC am Sonntag Zähler liegen lässt, ist nicht zu erwarten. Die zuletzt stilsicheren Zürcher treten nach neuen Erfolgen in Serie beim sieglosen Tabellenletzten Servette an.

Die gefühlte Niederlage kassierte Sion am Samstag beim 1:1 gegen Lausanne. Eine Woche nach einem 1:1 in Thun. Der Auftritt der Walliser war nicht gut, vor der Pause war er sogar richtig schlecht. Er passte in die Reihe der zuletzt farblosen Leistungen unter Michel Decastel. Unter dem Nachfolger von Sébastien Fournier hielt Sion zwar Platz 3 in der Tabelle, doch die Formkurve bleibt flach. Mit Decastel holte Sion bisher 1,5 Punkte pro Spiel, mit Fournier waren es noch zwei gewesen.

Gegen Lausanne hatte Sion über 90 Minuten nicht genug getan, um den Sieg zu verdienen. Erst nach dem Ausgleich der Waadtländer neun Minuten vor dem Ende zeigten die Walliser plötzlich den nötigen Siegeswillen. Erst spät brachten sie Hektik ins Stadion und spielten auf der emotionalen Klaviatur. Aber der erlösende Treffer fiel nicht mehr. In der 91. Minute drehte Lausannes Keeper Anthony Favre den Ball nach einem Kopfball von Léo bravourös um den Pfosten.

Aus dem Spiel heraus kam Sion kaum zu Chancen, dazu war gerade der tunesische Spielmacher Darragi zu schwach, der erstmals von Decastel von Beginn weg eingesetzt wurde. Es nützte auch nichts, dass der gesperrte Gennaro Gattuso auf den unteren Zuschauerrängen mitlitt wie ein Fan und Anweisungen gab wie ein Coach. Ebenfalls wie ein Trainer agierte wieder einmal Christian Constantin. Der Sion-Präsident sass Decastel schon in der ersten Halbzeit im Nacken – das erste Anzeichen dafür, dass es ihm nächsten Spiel schon wieder ungemütlich werden könnte.

Das Feuer auf dem Feld konnten weder Constantin noch Gattuso entfachen. Der wenig zwingende Führungstreffer Sions fiel fast symptomatisch nach einem Corner. Der Ungar Vilmos Vanczak lenkte den Ball mit dem Kopf ins Tor (50.). Es war der erste Treffer der Sittener in dieser Saison nach einem Eckball.

Dass die Walliser nach der Führung kaum nachsetzten, kam Lausanne zupass. Trainer Laurent Roussey, der im vergangenen April bei Sion gekündigt hatte, stellte sein Team grundsätzlich vorsichtig ein. Doch weil Sion mit der Führung im Rücken passiv wurde, suchte Lausanne die Offensive. Zunächst hatten die Waadtländer Pech, als Schiedsrichter Grémaud ein Handspiel von Sions Stürmer Léo im eigenen Strafraum nicht sah, dann aber half ihnen das Glück: Ein Freistoss von Nicolas Marazzi aus 22 Metern wurde vom Kopf Didier Crettenands unhaltbar für Andris Vanins ins Tor gelenkt. Für Lausanne war der Punktgewinn letztlich nicht unverdient. Doch auch für den Tabellenachten galt: Hätte er nicht nach einem stehenden Ball getroffen, er wäre in diesem schwachen Spiel wohl nicht zu einem Tor gekommen.

Sion - Lausanne-Sport 1:1 (0:0)

Tourbillon. - 8800 Zuschauer. - SR Grémaud. - Tore: 50. Vanczak (Corner Crettenand) 1:0. 81. Marazzi (Freistoss, abgelenkt von Crettenand) 1:1.

Sion: Vanins; Sauthier, Vanczak, Dingsdag, Bühler; Basha, Marques (46. Crettenand); Margairaz, Darragi (68. Adao), Léo; Lafferty (75. Wüthrich).

Lausanne-Sport: Favre; Chakhsi, Katz, Sonnerat, Facchinetti (80. Tafer); Rodrigo; Malonga, Gabri (75. Moussilou), Sanogo, Khelifi (63. Marazzi); Guie Guie.

Bemerkungen: Sion ohne Gattuso und Serey Die (beide gesperrt) sowie Mrdja, Manset und Aislan (alle verletzt), Lausanne ohne Tall, Avanzini, Antonio und Lavanchy (alle verletzt). Verwarnungen: 7. Rodrigo (Foul). 30. Darragi (Unsportlichkeit). 54. Lafferty (Foul). 56. Gabri (Foul). 71. Sonnerat (Foul). 76. Margairaz (Foul).

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