Costanzo verlässt YB in Richtung Aarau

Ohne Moreno Costanzo haben die Young Boys am Mittwoch ihr Trainingslager bezogen. Der Mittelfeldspieler wechselt vorerst leihweise zum FC Aarau.

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Am Mittwochnachmittag sind die Young Boys in die Türkei geflogen und haben im zurzeit noch regnerischen Belek Quartier bezogen. Nicht mit ins Trainingslager reiste überraschenderweise Moreno Costanzo. Nach langen Verhandlungen mit diversen Super-League-Vereinen wurde gestern Abend spät klar: Costanzo wechselt zum FC Aarau, vorerst auf Leihbasis, mit einer Option zur definitiven Übernahme im Sommer.

Die Transferaktivitäten bestätigte Sportchef Fredy Bickel gestern Mittag noch am Flughafen in der Schweiz, «deswegen ist Costanzo nicht mit uns mitgereist.» Der 26-Jährige soll auch die Möglichkeit gehabt haben, in die US-amerikanische MLS zu wechseln, entschied sich aber für ein Engagement beim Tabellenachten der Super League. YB-Trainer Uli Forte setzte in letzter Zeit kaum mehr auf seinen einstigen Schützling.

Bei St. Gallen galt Forte vor einigen Jahren noch als Förderer des Offensivspielers, er spielte sicher auch eine Rolle bei Costanzos Vertragsverlängerung im September 2013, kurz nach seinem Amtsantritt bei YB.

Das grosse Glück blieb aus

Moreno Costanzo und die Young Boys – das war eine Beziehung, in der es nie so richtig funken wollte. Als der Ostschweizer im Sommer 2010 von seinem Stammverein St.Gallen nach Bern kam, weckte er alte Begehrlichkeiten, welche letztmals Spieler vom Format Hakan Yakin zu stillen imstande gewesen waren.

Ein Regisseur sollte er sein, dominant, ein guter Freistossschütze, der Spielmacher, mit der Nummer 10 auf dem Rücken. Costanzo probierte, ihm gelang mal vieles, mal wenig, mal spielte er überragend wie 2010 in der Champions-League-Qualifikation gegen Tottenham, mal lief er seiner Form hinterher wie zuletzt in der Vorrunde oder unter den Trainern Christian Gross und Martin Rueda.

Treu blieb der Rechtsfuss seinem Klub lange, Costanzo stand bei YB in seiner fünften Saison, der Vertrag würde noch bis 2017 weiterlaufen. Ein Hoffnungsträger blieb er bis fast zuletzt, ab und an blitzte sein Können ansatzweise auf. Letzte Saison gelangen ihm 14 Skorerpunkte, davor 12, anfangs 11. Es sind die Kennzahlen eines durchschnittlichen Offensivspielers der Liga – in seinem Falle mit überdurchschnittlichem Potenzial.

Nun ist die Zeit von Moreno Costanzo in Bern abgelaufen. Der Familienvater – Söhnchen Thiago ist bald ein Jahr alt – ist in der Regel ein aufgeweckter, interessierter Gesprächspartner. Zu seinem möglichen Wechsel will er jedoch nichts sagen, er verweist kurz und knapp auf seinen Sportchef. Eine Rückkehr zu YB scheint kaum vorstellbar, dem vorerst leihweisen Engagement zum Trotz.

Auch Helios Sessolo ist in der Schweiz geblieben. Der frühere YB-Junior, im Fanionteam nie ein Faktor, steht vor einem Wechsel. Interessiert ist etwa der Challenge-League-Klub Le Mont.

Berner Zeitung

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