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Crouch war eine Nummer zu gross für YB

Die Young Boys müssen die Champions League am TV verfolgen. Nach dem 3:2-Sieg im Hinspiel unterlagen sie Tottenham auswärts 0:4. Peter Crouch traf dreimal für die Engländer.

Grössen- und Klassenunterschied: Peter Crouch von Tottenham Hotspur und YB-Mann Anmar Jemal.
Grössen- und Klassenunterschied: Peter Crouch von Tottenham Hotspur und YB-Mann Anmar Jemal.
Reuters
Crouch trifft per Kopf zum 1:0.
Crouch trifft per Kopf zum 1:0.
Reuters
Den vierten und letzten Treffer der Partie erzielt Crouch vom Penaltypunkt aus.
Den vierten und letzten Treffer der Partie erzielt Crouch vom Penaltypunkt aus.
Reuters
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YB war gegen den Konkurrenten aus der Premier League ähnlich harm- und chancenlos wie die Spurs vor neun Tagen in den ersten 30 Minuten im Stade de Suisse. Nur mit dem Unterschied, dass sich Tottenham damals vom Schock erholte. Im Rückspiel stellten die Londoner mit dem dreifachen Torschützen Peter Crouch und dem dreifachen Assistgeber Gareth Bale zwei überragende Spieler, deren Aktionen auch der glänzende YB-Goalie Marco Wölfli nicht neutralisieren konnte.

Für YB resultierte am Ende die höchste Niederlage einer Schweizer Mannschaft gegen eine englische Equipe seit dem 1:5 der Grasshoppers in der Uefa-Cup-Saison 1973/74, die Zürcher kassierten sie ebenfalls gegen Tottenham. Statt dem Glanz der Champions League bleibt den Young Boys der augenblicklich schwache Trost, ab Mitte September in der Europa League mindestens sechs Partien bestreiten zu dürfen.

Bittere Pille kurz nach dem Anpfiff

Es war angerichtet für einen rauschenden Fussballabend. Die Atmosphäre mit 34'709 Zuschauern war prächtig, das Wetter typisch englisch und die rund 1000 mitgereisten YB-Fans bestens gelaunt. Doch was sie schon nach wenigen Minuten zu sehen bekamen, übertraf die pessimistischsten Vorstellungen. Als ob die vielen Gegentore in Meisterschaft und Champions-League-Qualifikation nicht Warnzeichen genug gewesen wären, schlug es auch gegen Tottenham schon früh ein.

Die Flanke, die Gareth Bale im Anschluss an einen Corner (5.) ungehindert zur Mitte bringen durfte, fand den Abnehmer in Peter Crouch. Der 2,01 Meter grosse Stürmer durfte sich den Winkel aussuchen, neben ihm standen zwei weitere Spieler der Spurs auf gleicher Höhe wie die YB-Verteidigung und völlig ungedeckt. Durch den Rückschlag wurden sämtliche Pläne von Vladimir Petkovic über den Haufen geworfen. Nahezu hilflos stand der Berner Coach alleine im strömenden Regen. Es war ein symbolträchtiges Bild.

Handspiel vor dem zweiten Treffer

Die Young Boys fanden kaum ein Mittel, den Gegner zu bedrängen. Tottenham kontrollierte die Partie und hatte die Partie vor allem dann im Griff, wenn es Druck über die schnellen Flügel Bale und Aaron Lennon machte. Ein schlauer Pass von Bale auf Jermain Defoe und die Schlitzohrigkeit des englischen Internationalen trugen den Spurs in der 34. Minute das 2:0 ein. Defoe hatte den Ball klar mit dem linken Arm mitgenommen, sein Blick Richtung Schiedsrichter-Assistent zeigte, dass er sich der ungeahndeten Aktion sehr wohl bewusst war.

Dass sich YB nicht ein halbes Dutzend Torchancen würde erspielen können, war schon im Vorfeld der Partie allen Berner Spielern klar gewesen. Es gelang den Bernern aber vor allem in der ersten Halbzeit nicht einmal im Ansatz, Gefahr zu erzeugen. Als Henri Bienvenu in der 40. Minute doch freistehend zum Kopfball kam, flog der Ball meterweit am Tor vorbei. Die Effizienz, die den Young Boys im Hinspiel jene berauschende 3:0-Führung nach 28 Minuten eingetragen hatte, wäre auch an der White Hart Lane hilfreich gewesen.

Noch ein Kopfball von Crouch

Als sich YB in der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit fing, mehr Ballbesitz hatte und sich die Tottenham-Supporter über die passive Spielweise ihres Teams leicht aufzuregen begannen, setzten die Spurs zum entscheidenden Treffer an. Wieder eingeleitet durch den starken Bale und wieder nach einem Corner, nützte Crouch seine Körpergrösse aus und erzielte das 3:0. Mit seinem zweiten Tor beerdigte er die letzten Berner Hoffnungen. Mit dem Penalty zum 4:0, den der bereits verwarnte Senad Lulic durch ein Foul an Bale (78.) verursacht hatte, schwang sich Crouch endgültig zum Matchwinner auf.

Hätte YB-Goalie Marco Wölfli nicht zweimal sensationell auf Abschlüsse von Crouch reagiert, wäre die ohnehin schon sehr deutliche Niederlage des Super-League-Vertreters noch heftiger ausgefallen. Internationales Format hatte gestern Abend neben dem Keeper nur der lautstarke Berner Anhang.

si/ak

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